Feuer in Backnang Polizei zieht Schweizer Experten hinzu

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Spezialisten suchen in Backnang weiterhin fieberhaft nach der Ursache des Brandes, bei dem eine türkischstämmige Mutter und sieben ihrer Kinder ums Leben kamen. Jetzt sind auch drei Forensiker aus Zürich am Werk.

Im Haus wird weiter fieberhaft nach der Brandursache gesucht. Foto: dpa
Im Haus wird weiter fieberhaft nach der Brandursache gesucht. Foto: dpa

Backnang - Zur Aufklärung der Ursache des verheerenden Brandes, bei dem in der Nacht zum vergangenen Sonntag in Backnang eine türkischstämmige 40-jährige Frau und sieben ihrer zehn Kinder ums Leben kamen, hat die Polizei jetzt drei Schweizer Sachverständige hinzugezogen. Man habe die Experten des Forensischen Instituts Zürich beauftragt, „um die Expertise auf eine breite Basis“ zu stellen, erklärte ein Sprecher der Polizeidirektion Waiblingen am Donnerstag. Die Spezialisten, die bei der dortigen Kantons- und Stadtpolizei tätig seien, forschten seit Mittwochnachmittag „in Absprache und enger Zusammenarbeit“ mit der Kripo des Kreises und dem baden-württembergischen Landeskriminalamt nach der Ursache des Feuerausbruchs und dem Brandverlauf. Laut dem vorläufigen Ergebnis der Obduktion ist die Familie durch Rauchvergiftungen ums Leben gekommen. Als wahrscheinlichste Ursache für das Flammeninferno gilt weiterhin ein technischer Defekt, auch wenn die Polizei immer wieder betont, dass in alle Richtungen ermittelt werde.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Polizei bittet um Zeugenhinweise

In diesem Zusammenhang bittet die Backnanger Kriminalpolizei auch um weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden vor allem Zeugen, die vor dem Eintreffen der Rettungskräfte Beobachtungen gemacht haben und von der Polizei deswegen noch nicht kontaktiert wurden. Vor allem die Besucher der Gaststätte Merlin oder sonstige „Nachtschwärmer“ könnten möglicherweise noch hilfreiche Angaben machen, glaubt die Polizei. Außerdem fahnden die Ermittler nach Bildern, Handy- oder Filmaufnahmen, die vor dem Ausbruch des Feuers gemacht wurden.

Der Vermieter des Wohn- und Geschäftshauses ist unterdessen offenbar aus dem Ausland zurückgekehrt. Über die Lokalzeitung hat er den Angehörigen sein Mitgefühl ausgedrückt, seinen Namen wollte er aber nicht nennen. Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen, dass die Wohnverhältnisse, in denen die Großfamilie habe leben müssen, angeblich miserabel gewesen seien, wollte er sich nicht äußern. Dies werde er erst nach dem Vorliegen der Ergebnisse der Ermittlungsbehörden tun.

Betroffenheit in Backnang weiter groß

Betroffenheit in Backnang weiter groß

In der Murrstadt ist die Betroffenheit weiterhin groß. In der Mörikeschule, einer Grund- und Werkrealschule, die zwei der ums Leben gekommenen Kinder und der elfjährige gerettete Sohn besucht hatten, ist ein interner Trauergottesdienst organisiert worden. In der Nähe des ausgebrannten Hauses in der Wilhelmstraße werden auch nach der Beerdigung der Familie in ihrer türkischen Heimat Beileidsbekundungen wie Plüschtiere, Kerzen, Blumen und Briefe abgelegt. Die Stadt und das Netzwerk zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund haben „in tiefer Betroffenheit und Trauer über die Opfer der schrecklichen Brandkatastrophe“ eine schon länger für heute Abend geplante Veranstaltung abgesagt. In der Stadthalle hätte von 18 Uhr an ein Internationales Frauenfest gefeiert werden sollen.




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