Am Morgen danach riecht es nach Rauch in der Straße „Auf Hart“ in Markgröningen. Die Fassade des dreistöckigen Mehrfamilienhauses ist mit Ruß bedeckt. Zwischen Mitternacht und 1 Uhr ist ein Feuer in der Erdgeschosswohnung des Hauses ausgebrochen. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Zunächst war unklar, ob das Feuer auf umliegende Häuser der dicht bebauten Wohngegend übergehen könnte.
Drei Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. Drei weitere wurden verletzt – zwei davon lebensgefährlich. Sie wurden vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Über den Gesundheitszustand der drei Verletzten liegen nach wie vor keine neuen Erkenntnisse vor. Zunächst ging die Polizei davon aus, dass einigen der Opfer aufsteigender Rauch zum Verhängnis wurde. Bei den Verstorbenen handelt es sich um zwei 68 und 38 Jahre alte Frauen sowie einen 32-jährigen Mann. Alle drei haben in dem Haus gewohnt, das gebrannt hat.
Ob sie allerdings zugleich in der Wohnung lebten, in der das Feuer ausgebrochen ist, steht noch nicht fest. Auch die Brandursache wird noch ermittelt. Gegen 10 Uhr gab die Feuerwehr das Gebäude frei. Die Kriminaltechnik des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat ihre Arbeit aufgenommen und wird durch Kriminaltechniker des Landeskriminalamts Baden-Württemberg unterstützt.
Auch Nebengebäude unbewohnbar
Der Energieversorger habe bereits den Strom im Haus abgestellt, um Folgeschäden und damit das Risiko für die Einsatzkräfte zu verringern. Durch die starke Rauchentwicklung wurden auch zwei Nachbargebäude in Mitleidenschaft gezogen. Das Mehrfamilienhaus sowie ein unmittelbar angrenzendes Wohnhaus seien bis auf weiteres unbewohnbar, teilte die Polizei mit. Die Messungen der Feuerwehr in einem weiteren angrenzenden Gebäude ergaben keine Schadstoffbelastungen, so dass die Bewohnerinnen und Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Die genaue Höhe des Sachschadens ist noch nicht abschließend bekannt. Erste Schätzungen belaufen sich auf rund 700 000 Euro. Auch drei Hunde kamen ums Leben.
Die Stadt kümmert sich um die Unterbringung
Die Stadt Markgröningen kümmert sich um die Unterbringung der betroffenen Anwohner, deren Wohnungen weiterhin gesperrt bleiben. In der Nacht mussten etwa 65 Personen in Sicherheit gebracht werden. 20 davon konnten am Mittag zurück in ihre Wohnungen. „Der überwiegende Teil ist bei Freunden und Familie untergekommen“, sagt Bürgermeister Jens Hübner. Für die übrigen Anwohner hat die Stadt Zimmer in Hotels in Markgröningen und Schwieberdingen reserviert. Darüber hinaus teilte die Polizei mit, dass am Mittwochnachmittag die Aussegnungshalle auf dem Holderfriedhof in Ingersheim in Brand geraten war. Bei Schweißarbeiten auf dem Dach kippte eine Gasflasche um, das Gas entzündete sich an der Flamme eines Bunsenbrenners. Teile des Daches der Aussegnungshalle fingen Feuer.