Feuer- und Rettungswache Stuttgart-Möhringen Bezirksbeirat votiert für neue Feuerwache

Der Brandschutz ist wichtig. Der Gemeinderat hat im Doppelhaushalt die erforderlichen 26,5 Millionen Euro für die neue Feuer- und Rettungswache bereitgestellt. Foto: Archiv A. Ernst
Der Brandschutz ist wichtig. Der Gemeinderat hat im Doppelhaushalt die erforderlichen 26,5 Millionen Euro für die neue Feuer- und Rettungswache bereitgestellt. Foto: Archiv A. Ernst

An der Sigmaringer Straße in Stuttgart-Möhringen entsteht ein 26 Millionen Euro teurer Neubau mit einer Klinkerfassade.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)

Möhringen - Die Bezirksbeiräte sind sich einig gewesen. „Das ist ein gelungener Entwurf mit einer für ein Funktionsgebäude schönen Architektur“, sagte Dieter Bernhardt (SPD) und gab damit auch die Meinung der anderen Fraktionen wieder. Es ist um den Neubau der Feuer- und Rettungswache 5 gegangen. Frank Knödler, der Leiter der Branddirektion, und Andreas Schuler vom Hochbauamt haben die Pläne in der jüngsten Sitzung des Möhringer Bezirksbeirats vorgestellt. Ende 2014 hatte der Gemeinderat beschlossen, dass auf dem ehemaligen Hansa-Areal eine neue Wache gebaut werden soll. Diese beherbergt dann auch das Katastrophenschutzzentrum sowie die Geschäftsstelle des Landesfeuerwehrverbands. Eine Sanierung der derzeitigen Wache im Gewerbegebiet Tränke in Degerloch wäre zu aufwendig und teuer gewesen. Das war das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.

Der Entwurf für den Neubau stammt von dem Nürnberger Architekturbüro Bär, Stadelmann, Stöcker. Er bilde alle geforderten Funktionen ab und habe mit der geschickten Gliederung des Baukörpers überzeugt, sagte Schuler und ergänzte: „Die Klinkerfassade ist für einen Betriebsbau passend und passt auch zum Thema Feuerwehr.“

Vier Baukörper bilden ein Rechteck mit einem Innenhof

Geplant sind vier Baukörper. Diese bilden ein Rechteck mit einem Innenhof. Die einzelnen Gebäude sind durch Fugen getrennt, wie es im Fachjargon heißt. Gemeint sind schlicht Durchlässe. Entlang der Sigmaringer Straße ist der Block 13 Meter hoch. Entlang der im Nordwesten angrenzenden Wohnbebauung sind es zehn Meter. Damit sei der geforderte Schallschutz gewährleistet, heißt es in der Gemeinderatsvorlage. Die Architekten verzichten auf eine Tiefgarage. Stattdessen gibt es ein Parkdeck im ersten Obergeschoss des Gebäudes im Nordwesten. Die Fahrzeughallen befinden sich an der Sigmaringer Straße. Die Fahrzeuge für die erste Alarmstufe haben ihre Ausfahrten direkt an der Sigmaringer Straße. Die Fahrzeuge der zweiten und dritten Alarmstufe gelangen über den Innenhof und durch eine der Fugen auf die Hauptverkehrsstraße. Damit ist entlang der Sigmaringer Straße und entlang der Stichstraße Platz für Bäume. Der Übungsturm ist Teil eines Gebäudeflügels und so gut in die Architektur integriert.

Der erste Plan des Nürnberger Büros hatte der Feuerwehr noch nicht ganz zugesagt. Die erforderliche Trennung der einzelnen Nutzungsbereiche sei nicht konsequent genug gewesen. Diese Mängel seien aber im Zuge der weiteren Planung und in enger Abstimmung mit der Feuerwehr behoben worden, sagte Schuler. Ein Kleinspielfeld gibt es vorerst nicht, kann aber eventuell zu einem späteren Zeitpunkt auf einem der Dächer realisiert werden. Die neue Feuer- und Rettungswache kostet 26,5 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat das Geld im aktuellen Doppelhaushalt bereitgestellt. Im Sommer 2017 will die Stadt mit dem Bau beginnen. Die Feuerwehrleute könnten im Frühjahr 2019 einziehen.

Der Lärm ist ein Thema

Die Lokalpolitiker hatten nur wenige Nachfragen. Dabei ging es ihnen vor allem um das Thema Lärm. Petra Leitenberger (Grüne) äußerte Bedenken, dass die glatte Fassade den Schall zurückwerfen könne. Schuler antwortete , dass eine Klinkerfassade nicht glatt sei, dass man aber versuche, die Fläche weiter aufzubrechen, um den Schall zu absorbieren. Zudem wollten die Lokalpolitiker wissen, wozu der Innenhof diene. Knödler antwortete, dass die Feuerwehrmänner dort üben. Der Lärm bleibe dabei vorrangig innerhalb der Kubatur, sagte der Leiter der Branddirektion. Er ergänzte aber auch: „Es wird dennoch laut.“ Nämlich dann, wenn die Feuerwehr ausrücke. Das Martinshorn werde zwar so spät wie möglich eingeschaltet. Aber spätestens an den großen Kreuzungen sei das Tatütata unabdingbar

Der Bezirksbeirat votierte einstimmig für den Entwurf. Der Umwelt- und Technikausschuss nickte die Pläne in seiner Sitzung am Dienstag ab. Allerdings mit dem Hinweis, dass ein mögliches Kleinspielfeld nicht aus den Augen verloren werden soll. Der Verwaltungsausschuss entscheidet am Mittwoch, der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen am Freitag.

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