Im Osten Stuttgarts sind vier Autos ausgebrannt. Der Schaden beläuft sich auf 50.000 Euro. Von den Tätern fehlt noch jede Spur.

Stuttgart - Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Dienstag vier rote Fahrzeuge des Car-Sharing-Vereins Stadtmobil angezündet, die auf einem Parkplatz an der Schönbühlstraße 65 im Osten abgestellt waren. Anwohner hatten die brennenden Fahrzeuge gegen 4.30 Uhr auf dem Parkplatz bemerkt und Feuerwehr und Polizei alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte waren aber ein Opel Astra Kombi, zwei Opel Corsa und ein Toyota Aygo bereits fast völlig ausgebrannt.

Der Sachschaden beläuft sich nach den ersten Schätzungen auf mehr als 50.000 Euro. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei ist der Vorfall nicht mit den zahlreichen Berliner Brandanschlägen auf Fahrzeuge zu vergleichen. „Es gibt bis jetzt keinerlei Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat“, erklärte Polizeisprecher Olef Petersen. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Brandexperten sei kein Benzin über die Stadtmobil-Fahrzeuge geschüttet worden. Man sei aber noch dabei, alle vor Ort gesammelten Spuren auszuwerten, um die Brandursache zu ermitteln.

Die Tat ist allerdings nicht der erste Anschlag auf Car-Sharing-Fahrzeuge in Stuttgart in diesem Jahr: Erst Ende Juli wurden ebenfalls im Osten und in Vaihingen zwei so genannte „Flinkster“ aus der Leihflotte der Deutschen Bahn nahezu zeitgleich angezündet. Die beiden Anschläge ereigneten sich frühmorgens gegen 2.30 Uhr in der Landhausstraße im Osten und in der Katzenbachstraße in Vaihingen.

Ein Bezug zum Bahnprojekt Stuttgart 21 sei bei dem Brandanschlag nicht auszuschließen, hieß es damals. Der Schaden wurde auf 10.000 Euro geschätzt. Seitdem haben alle Polizeistreifen die Anweisung, Car-Sharing-Abstellplätze im Stadtgebiet nachts verstärkt zu kontrollieren. Bis jetzt gebe es aber keinen Hinweis darauf, dass die Anschläge auf die beiden Bahnfahrzeuge mit der Tat in der Nacht zum Dienstag in Verbindung stünden, betonte Petersen.

Stadtmobil-Geschäftsführer hofft auf Einzelfall

Ulrich Stähle, der Geschäftsführer des Vereins Stadtmobil, zeigte sich gestern schockiert über den Brandanschlag. „Ich kann mir das überhaupt nicht erklären“, sagte er. „Es sieht aber nach einem gezielten Anschlag auf unsere Car-Sharing-Fahrzeuge aus, denn auf dem Platz standen auch noch eine Reihe anderer Wagen.“ Die drei Kleinwagen und ein Kombi seien praktisch total zerstört worden. „Außerdem wurde ein fünftes Fahrzeug durch die enorme Hitze erheblich beschädigt“, erklärte Stähle.

Der Geschäftsführer des Ende 1991 gegründeten Car-Sharing-Vereins mit inzwischen mehr als 6000 Mitgliedern hofft, dass die Tat rasch aufgeklärt wird. An Vergleiche mit den zahlreichen Autobränden in Berlin mag auch er lieber nicht denken. „Wir haben doch gar keine Luxusautos im Angebot.“ Stadtmobil sei ein aufstrebendes, aber immer noch kleines Unternehmen, bei dem etliche Mitglieder auch ehrenamtlich tätig seien.

Stähle hofft, dass die Tat ein Einzelfall gewesen ist. „Wenn das weitergehen sollte, dann könnte uns das wirtschaftlich das Genick brechen.“ Natürlich sei der Fuhrpark versichert. Man müsse aber damit rechnen, dass sich die Versicherungssumme für die mehr als 300 Fahrzeuge umfassende Stadtmobil-Flotte im nächsten Jahr erhöhen werde. Die Polizei bittet alle Zeugen des Brandanschlags, sich unter der Telefonnummer 0711-8990-5461 zu melden.

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