Feuerbach Erste Anfragen fürs Schoch-Areal

Von Georg Friedel 

Die Zukunft des früheren Schoch-Areals sieht vielversprechend aus: Zumindest lässt das Modell, das den Bezirksbeiräten vorgestellt worden ist, darauf hoffen. Bis zur Realisierung dürfte es allerdings noch ein gutes Jahrzehnt dauern.

So könnte das frühere Schoch-Gelände in Zukunft aussehen. Foto: Schüler Architekten
So könnte das frühere Schoch-Gelände in Zukunft aussehen. Foto: Schüler Architekten

Feuerbach - Die Zukunft des früheren Schoch-Areals sieht vielversprechend aus: Zumindest anhand des Modells lässt sich erahnen, dass die jetzige Industriebrache zusammen mit dem Bahnhofsvorplatz nach der Umgestaltung das neue attraktive Eingangstor zum Stadtbezirk bilden könnte. Die Bezirksbeiräte beurteilten die in der vergangenen Sitzung vorgelegten Pläne für das zukünftige Karree beim Bahnhof Feuerbach weitgehend positiv. Bis zu dessen Realisierung dürfte es allerdings noch ein gutes Jahrzehnt dauern.

Jochen Heidenwag (Freie Wähler) hofft, dass er die Einweihung des neuen Quartiers am Wiener Platz noch erleben werde. Die ersten Weichen für die Entwicklung und Nutzung des früheren Schoch-Geländes sind gestellt. Im Juli 2012 hatte die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb ausgelobt.

Ein Mix aus Wohnen, Büros, Gewerbe und Handel

Die Pläne des Düsseldorfer Architekten Thomas Schüler und die Entwürfe der Landschaftsarchitekten von factorgrün aus Freiburg überzeugten das Preisgericht. Ein Mix aus Wohnen, Dienstleistung und Gewerbe soll entstehen, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, neuen Wohnraum zu schaffen. 125 Wohnungen sind geplant, der Anteil des geförderten Wohnungsbaues wurde von 25 auf 37 Einheiten erhöht, 88 Wohnungen werden frei finanziert. Für Baugruppen sind 15 Einheiten an der Dornbirner Straße reserviert.

Das nördliche Baufeld ist 7700 Quadratmeter groß und erstreckt sich von der Burgenlandstraße in Richtung Wiener Platz. Auf dieser Fläche soll ein Gewerbekomplex entstehen. Die an der Dornbirner Straße beheimatete Firma Klumpp will auf diesem Teil des Geländes ihr neues Produktionsgebäude ansiedeln. Die Halle wird voraussichtlich zwölf Meter hoch. Die Erweiterung des Betriebs in eine Gesamtplanung zu integrieren, sei eine besondere Herausforderung gewesen, betonte Karl-Theo Maurer vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung.

Firma Klumpp plant den Bau einer Produktionshalle

Geplant ist, eine so genannte „Mantelbebauung“ um den Klumpp-Komplex herum zu errichten, um diesen Bereich optisch aufzuwerten. Im nördlichen Baufeld sollen neben Klumpp in erster Linie Büros, Geschäfte und Praxen untergebracht werden. Das Preisgericht hatte vorgeschlagen, die Baukante zum Wiener Platz hin durch einen etwas höheren Gebäudeteil hervorzuheben. Statt 16,50 Meter wird die Maximalhöhe deshalb auf 19,50 Meter angehoben.

Maurer widersprach der Einschätzung von Robert Thurner (SPD), dass der Anspruch an das architektonische Erscheinungsbild des nördlichen Gebäudekomplexes eher gering sei: „Bei der Bebauung werden wir uns große Mühe geben“, versprach Maurer. Ähnliches gilt für den Bahnhofsvorplatz mit dem ehemaligen Postgebäude im Bereich des südlichen Baufeldes. „Wir müssen das Gebäude positiv sehen und es in unsere Pläne integrieren. Wenn man dort das Kriegsbeil ausgräbt, hat man schon verloren“, sagte Architekt Thomas Schüler. Mit dem Eigentümer des Gebäudes sei man in Kontakt. „Er hat sich bereit erklärt, mit den Planern zu kooperieren“, sagte Maurer.

Altlastensanierung kostet voraussichtlich 19 Millionen Euro

Im südlichen Baufeld mit 6750 Quadratmetern sind Gebäude mit Wohnnutzungen vorgesehen. In einem der Blöcke an der Kremser Straße sollen zudem eine Kindertagesstätte und ein Generationenhaus untergebracht werden. Ein Investorenauswahlverfahren wird voraussichtlich im kommenden Jahr ausgeschrieben. Erste Nutzungsanfragen liegen vor. Beispielsweise hat sich das Studentenwerk gemeldet, auch potenzielle Betreiber eines Ärztehauses und die Kirche haben ihr Interesse an Räumen bekundet.

Momentan ist das rund 2,8 Hektar große Industriegelände allerdings noch eine Altlast. Rund 19 Millionen Euro wird es voraussichtlich kosten, die Schadstoffe, die im Mauerwerk, Boden und Grundwasser nachgewiesen wurden, zu beseitigen. Die Kosten will die Stadt nicht allein schultern. Für die Beseitigung der Altlasten hat die Kommune deshalb Fördermittel beim Land beantragt. Ende 2014 soll die EU-weite Ausschreibung der Sanierung erfolgen und im kommenden Jahr könnte mit dem Abriss der kontaminierten Gebäude begonnen werden. Der Aushub und Abtransport des chromatbelasteten Bodens soll ab dem 4. Quartal 2015 beginnen.

Sonderthemen