Feuerbacher Kirbe Am letzten Tag ist das Festzelt voll

Zum  Honoratioren-Stammtisch kamen mehr als 1000 Gäste. Foto: Torsten Ströbele
Zum Honoratioren-Stammtisch kamen mehr als 1000 Gäste. Foto: Torsten Ströbele

Der Musikverein Stadtorchester zieht nach der viertägigen Kirbe eine gemischte Bilanz.

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Feuerbach - Es ist Montag, 12.30 Uhr. Nur noch wenige Stunden bewirtschaftet der Musikverein Stadtorchester Feuerbach (MSF) das Festzelt bei der Kirbe. Marion Berger, Teamleiterin Wirtschaftsbetrieb des MSF, hat sich kurz in die Weinlaube des Zeltes zurückgezogen, und atmet einmal tief durch. Dort ist es etwas ruhiger. Die passende Atmos­phäre, um eine Zwischenbilanz über die viertägige Großveranstaltung zu ziehen. Am anderen Ende des Zeltes wird gerade auf der Bühne „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ gespielt. Die Bierbänke sind zu diesem Zeitpunkt fast voll besetzt. Mehr als 1000 Besucher haben es sich gemütlich gemacht. „Leider war das Zelt in den Tagen zuvor nicht immer so gut gefüllt“, sagt Berger. Vor allem am Freitag und Samstag seien weniger Gäste da gewesen als 2012. Das sei schade und bedeute natürlich Umsatzeinbußen. „Aber es hat insgesamt gesehen wieder sehr viel Spaß gemacht.“ Vor allem mit dem Programm-Höhepunkt am Sonntag sei sie letzten Endes sehr zufrieden gewesen: Der MSF hatte Kabarettist Christoph Sonntag gebucht. Nach anfänglich etwas schleppendem Kartenvorverkauf seien dann aber doch rund 400 Besucher ins Zelt gekommen. „Die Stimmung war toll“, sagt Marion Berger. „Es hat sich gelohnt.“

Der MSF bewirtschaftete das Kirbe-Festzelt zum 50. Mal und wollte seinen Gästen zum runden Geburtstag etwas Besonderes bieten. Das habe man geschafft, sagt Berger. Doch das werde wohl eine einmalige Aktion bleiben. Für 2014 ist bislang nichts in ähnlicher Form geplant. Für Christoph Sonntag war der Besuch im Kirbe-Zelt keine einmalige Aktion. Nach seinem Auftritt am Sonntag war er schon einen Tag später im Rahmen des Honoratioren-Stammtisches wieder zu Gast. Nach einem Weißwurstfrühstück schritt er dann auch zur Tat und durfte beim Fassanstich den Hammer schwingen.

Günther Oettinger im Festzelt

Eigentlich wäre das die Aufgabe des ehemaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs und heutigen EU-Kommissars für Energie, Günther Oettinger, gewesen, doch: „Ich lasse der Jugend gerne den Vortritt“, sagte Oettinger und schmunzelte. Er schaute in aller Ruhe zu, wie der Kabarettist sage und schreibe zehn Schläge benötigte, bis das Bier dann auch endlich aus dem Fass floss. EU-Kommissar Oettinger hatte zuvor schon ganze Arbeit geleistet. Der MSF hatte den ehemaligen Landesvater nach 2005 wieder für die Festrede am traditionellen Kirbe-Meedich gewinnen können. „Ich war schon als kleiner Bub hier.“ An die Zuckerwatte könne er sich noch gut erinnern und auch an das Karussellfahren. Die Feuerbacher könnten froh sein, so ein Fest zu haben. Der Stadtbezirk an sich biete ein hohes Maß an Lebensqualität. Das liege auch an der örtlichen Wirtschaft, auf die man stolz sein könne. Doch man dürfe sich nicht auf den Erfolgen ausruhen und träge werden. „Die Globalisierung geht weiter. Wir müssen uns auf den Wettbewerb einstellen“, sagte Oettinger. Die Bundesrepublik allein könne aber der Konkurrenz aus China oder Indien kaum Paroli bieten. „Deshalb müssen wir europäisch denken und können so auch die Welt mitgestalten.“ Manchmal werde er gefragt, ob Deutschland und Baden-Württemberg ohne Europa nicht besser dran seien. „Aber wir leben vom Export. Der Ast, auf dem wir sitzen, heißt Europa. Den sollten wir nicht absägen.“ Zudem käme es auch auf Werte wie Nachbarschaft, Partnerschaft und Freundschaft an.

Günther Oettingers Worte von Solidarität und Moral waren noch nicht verhallt, da sorgte der MSF-Vorsitzende Reinhard Löffler bei einigen Zuhörern für Kopfschütteln. Nach dem Fassanstich lief der 79-jährige Ewald „Ewaldo“ Schechinger zur Bühne und suchte das Gespräch mit dem ehemaligen Landesvater. Der ehrenamtlich sehr aktive Feuerbacher und Träger der Bürgermedaille Zuffenhäuser Hirt wurde aber nach ein paar Sätzen von Löffler unterbrochen: „Ja, wir bringen dich jetzt gleich zurück ins Heim.“




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