Feuerbacher Tunnel für S21 Feier ohne „Öffentlichkeit und Politik“

Über den Anstich des Feuerbacher Tunnels informierte die Bahn erst im Nachhinein. Foto: StZ
Über den Anstich des Feuerbacher Tunnels informierte die Bahn erst im Nachhinein. Foto: StZ

Beim Anstich des Feuerbacher Tunnels für Stuttgart 21 wollte man lieber unter sich bleiben. Laut der Bahn sei der Wunsch nach einer internen Feier aus der Belegschaft der Projektgesellschaft gekommen. Den Anwohnern des Fests war es trotzdem zu laut.

Titelteam Stuttgarter Nachrichten: Christian Milankovic (mil)
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Stuttgart - Ganz unbemerkt von der Öffentlichkeit ist der Baubeginn am Feuerbacher Tunnel für Stuttgart 21 dann doch nicht geblieben. Anwohner der Baustelle beschwerten sich über laute Musik, die von der Feier ausging. Über den Baustart informierte die Bahn erst im Nachhinein die Öffentlichkeit.

Die Projektpartner von Land, Stadt und Region fehlten bei der Feier. Das Rathaus lässt es bei der knappen Bemerkung bewenden: „Die Stadt war informiert“. Es sei niemand vom Regionalverband eingeladen gewesen, sagt Sprecherin Dorothee Lang. „Es gibt ja auch keine Pflicht zu Feiern“. S 21 gehöre zum Alltag der Stadt.

Lang versichert, die Region freue sich, wenn es mit dem Projekt vorangehe. „Nun steht die Arbeit im Vordergrund“. Feiern könne man wieder, wenn der Umbau des Bahnknotens seiner Vollendung entgegen strebe. Die Bahn habe bei der jüngsten Lenkungskreissitzung den Baubeginn am Feuerbacher Tunnel angekündigt.

Ingenieurin als Tunnelpatin

Ingenieurin ist Tunnelpatin

In den wenigen Einladungen wurde auf den intimen Rahmen des Tunnelanschlags verwiesen. Man habe sich bewusst dazu entschieden, „ohne Öffentlichkeit, Politik und Presse“ zu feiern. Den Eingeladenen wurde versichert, von einer eventuellen Zusage würde nur ein „ganz kleiner Kreis“ erfahren. Die Bahn erklärte die Zurückhaltung mit dem ausdrücklichen Wunsch nach einer internen Feier, der aus der Belegschaft der Projektgesellschaft gekommen sei. Aus deren Kreis stammt auch die Ingenieurin, die das Amt der Tunnelpatin übernimmt und nach der die Röhren während der Bauzeit den Namen „Selma-Tunnel“ tragen. Ihre Stuttgarter Amtskolleginnen sind am Fildertunnel Tülay Schmid, Gattin des baden-württembergischen Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid, am Cannstatter Tunnel Simone Herrmann, Frau des Regionalpräsidenten Thomas Bopp, sowie am Untertürkheimer Tunnel Beate Dietrich, Bezirksvorsteherin von Wangen. Deren Amtseinsetzungen wurden in den zurückliegenden Monaten jeweils im Beisein von landespolitischer Prominenz und zum Teil auch mit Vertretern aus dem Bahnvorstand gefeiert.

Tunnelbohrer seit kurzem im Einsatz

Tunnelbohrmaschine auf den Fildern im Einsatz

So bemühte sich Bahn-Chef Rüdiger Grube im März zur Baugrube am Nordbahnhof, von der aus der Tunnel nach Bad Cannstatt gebohrt wird. Im Juli sprach er bei der Taufe des Fildertunnels am Rande des Gewerbegebiets Fasanenhof. Dort ist seit dem 27. November die Tunnelbohrmaschine bei der Arbeit. Von den 18 936 zu bauenden Tunnelmetern sind Anfang der Woche 289,40 Meter vorangetrieben gewesen.

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