Feuerwehr-Chef gesucht Wer will Kreisbrandmeister werden?
Guido Plischek geht im Kreis Böblingen auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Für Insider kommt das nicht überraschend. Auch in Leonberg hatte er nicht nur Freunde.
Guido Plischek geht im Kreis Böblingen auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Für Insider kommt das nicht überraschend. Auch in Leonberg hatte er nicht nur Freunde.
Wenn Sie eine abgeschlossene Ausbildung im höheren feuerwehrtechnischen Dienst haben, außerdem „Freude an strukturierter und eigenständiger Bearbeitung von technischen, konzeptionellen, organisatorischen und teils auch politischen Themen, zudem Kommunikations- und Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit sowie Flexibilität“, dann könnte dieser Posten für Sie interessant sein: Das Landratsamt in Böblingen sucht einen neuen Kreisbrandmeister, der die Stabsstelle Bevölkerungsschutz und Feuerwehrwesen leitet.
Die Ausschreibung ist nötig, weil der Amtsinhaber aufhört. „Kreisbrandmeister Guido Plischek wird, da er die rechtlichen Voraussetzungen dafür erfüllt, auf seine Bitte und mit Ablauf des Monats Juli 2025 in den Ruhestand versetzt“, bestätigt das Landratsamt entsprechende Informationen unserer Zeitung. Mit den „rechtlichen Voraussetzungen“ ist vor allem sein Lebensalter gemeint. Plischek hatte im Januar sein 60. Lebensjahr vollendet und konnte somit in den Ruhestand. Dem Vernehmen nach wollte er noch ein Jahr dranhängen, geht aber jetzt doch frühzeitiger von Bord.
Für Insider der heimischen Rettungsdienst-Szene kommt der Abgang nicht völlig überraschend. Immer wieder waren in den vergangenen Jahren Gerüchte im Umlauf, wonach es in der Feuerwehr auf Kreis-Ebene hörbar geknirscht hätte. Zudem heißt es, Plischek habe „Stress mit den Kollegen im Landratsamt“ gehabt.
Auch in Leonberg hatte der Kreisbrandmeister nicht nur Freunde. Dass das frühere Rathaus trotz einer 400 000 Euro teuren Sanierung der Technik und des Brandschutzes 2015 abgerissen werden musste, lasten nicht wenige auch dem Kreisbrandmeister an. Unter Plischeks Führung seien die Vorschriften besonders streng ausgelegt worden. Deshalb habe die Stadt Leonberg trotz der gewaltigen Investition lediglich eine Betriebserlaubnis bis 2017 für ihr Rathaus bekommen. Bis dahin musste eine neue Lösung gefunden werden. Die bestand schließlich in einem 25 Millionen Euro teuren Neubau. Eine Ausgabe, die bis heute nicht unumstritten ist.