Feuerwehr in Ludwigsburg Corona und Krieg: die Wehr hat es doppelt schwer

Die Feuerwehr in Ludwigsburg möchte mit den technologischen Veränderungen Schritt halten. Foto: Archiv (KS-Images.de)

Die Floriansjünger in Ludwigsburg rückten vergangenes Jahr 1154 Mal aus. Beim Blick in die Zukunft bleiben Sorgen nicht aus.

Ludwigsburg: Andreas Hennings (hen)

Als komplexe Organisation befinde man sich als Feuerwehr in einem ständigen Veränderungsprozess, sagte Hans-Peter Peifer, kommissarischer Kommandant, auf der jüngsten Hauptversammlung der Feuerwehr in Ludwigsburg. Es gelte, damit umzugehen und neue technologische Entwicklungen voranzubringen. „Wir müssen unsere Einsatzkräfte fördern und fordern. Das gilt insbesondere für die Qualifizierung der Nachwuchskräfte. Und das im Gleichgewicht aus Haupt- und Ehrenamt.“

 

Gerade bei Veränderungen gebe es Ängste, Befürchtungen, Unsicherheiten, aber auch unterschiedliche Standpunkte. Das müsse ernst genommen werden, sagte Peifer. „Es kommt darauf an, in einem guten Mix aus Bewährtem und Werten, kreativen Ideen und neuen Konzepten gemeinsam Lösungen zu finden, aber auch Entscheidungen zu treffen, die alle tragen und umsetzen.“ Das sei nicht immer einfach, aber alle seien mit viel Herzblut bei der Sache.

Übungsbetrieb wurde teils eingestellt

Pfeifer verwies auf die anhaltende Corona-Lage und den Krieg in der Ukraine. Beides stelle die Hilfs- und Rettungsorganisationen vor Herausforderungen. „Feuerwehr macht man mit den Händen.“ Umso schmerzlicher sei es gewesen, dass wegen der Pandemie der Übungsbetrieb teils eingestellt wurde. Auch kameradschaftliche Treffen – ein wichtiges Standbein – seien nicht möglich gewesen. Übungen und Ausbildungen wurden teils online angeboten, was die Praxis nur zum Teil ersetzen konnte. Die Einsatzbereitschaft sicherzustellen, so Peifer, bleibe herausfordernd, gerade wenn es darum gehe, inwieweit der Gemeinderat in angespannter Haushaltslage Mittel zur Verfügung stelle.

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Die Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz versicherte bei der Versammlung alles zu tun, damit die Feuerwehr angemessen ausgerüstet bleibt. Der jetzt überarbeitete Brandschutzbedarfsplan sei dafür Voraussetzung gewesen. „Wir sind stolz auf unsere Feuerwehr in Ludwigsburg“, lobte derweil Oberbürgermeister Matthias Knecht den Einsatz der Kräfte. Er sprach von einem „unverzichtbaren Beitrag zu einem sicheren Ludwigsburg“.

Stelle des Kommandanten ist ausgeschrieben

Die Feuerwehr Ludwigsburg hatte 2021 1154 Einsätze. Davon fielen 257 auf Brände, 437 auf technische Hilfeleistungen. 2019 gab es 1132 Einsätze, 2020 coronabedingt 910. Die Feuerwehr zählt 514 Wehrleute, davon 44 haupt- und 289 ehrenamtliche. 79 gehören der Alters- und Ehrenabteilung an, 102 der Kinder- und Jugendfeuerwehr. „Das sind beachtliche Zahlen, und auch der Anteil von Kameradinnen steigt stetig“, freut sich der stellvertretende Kommandant, Alexander Huppert. Von den 514 Personen sind 90 weiblich. Ein Ziel ist es, weitere Mitglieder zu finden. Ausgeschrieben ist zudem die Stelle des Kommandanten und Fachbereichsleiters.

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