Erhard Mohr war ein Feuerwehrkommandant, der die „Renninger Feuerwehrfamilie“, wie sich selbst nennt, über Jahrzehnte geprägt und 16 Jahre lang geleitet hat. Im September ist er nach schwerer Krankheit verstorben. Er hinterließ eine große Lücke, die es zu füllen galt. Dass die Wahl gerade auf Markus Schneck als Nachfolger gefallen ist, überrascht indes nicht, denn der langjährige ehrenamtliche Brandretter war bereits seit einigen Jahren stellvertretender Kommandant der Abteilung Renningen. Auf ihrer diesjährigen Hauptversammlung wählten die Mitglieder Markus Schneck zum neuen Gesamtkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr.
„Jetzt übernehme ich die restliche Amtszeit von drei Jahren von meinem Vorgänger“, erklärt Markus Schneck. Die reguläre Amtszeit betrage fünf Jahre.
Bei jedem Einsatz dabei
Der Kommandant ist geschäftlich und privat immer auf Abruf und bei allen Einsätzen mit dabei, im vergangenen Jahr musste die Feuerwehr fast 100 Mal ausrücken, daher ist viel Engagement gefragt.
Da Markus Schneck die Leitungsaufgaben ehrenamtlich ausführt und Vollzeit als Projektleiter bei einem Modellbauunternehmen in Rutesheim arbeitet, soll sich in Sachen Aufgabenverteilung einiges ändern. Erhard Mohr war zwar ebenfalls ehrenamtlicher und gewählter Gesamtkommandant, gleichzeitig arbeitete er für die Stadt bei der Feuerwehr, und zwar als feuerwehrtechnischer Mitarbeiter. Er kümmerte sich um die Verwaltung, den Schriftverkehr, aber auch um das Thema Brand- und Katastrophenschutz. Seine beiden Positionen haben sich so optimal ergänzt.
Um den neuen Chef zu unterstützen, soll es möglichst bald wieder einen feuerwehrtechnischen Mitarbeiter geben, und auch die Abteilungskommandanten Tobias Breining (Renningen) und Frank Werner (Malmsheim) sowie Schriftführer Timo Grötzinger übernehmen Aufgaben zur Entlastung. Markus Schneck ist glücklicherweise „familiär vorbelastet“, was die Feuerwehr angeht, denn bereits sein Vater Richard war Kommandant und auch Bruder und Schwager sind Brandretter. Nicht verwunderlich also, dass sich auch seine beiden Töchter sowie sein Sohn bei der Feuerwehr engagieren.
Keine Nachwuchssorgen bei der Renninger Feuerwehr
Neben den Einsätzen, bei denen es um Leben und Tod geht und die auch einen langjährigen Feuerwehrmann nicht so schnell loslassen, gibt es Rettungsaktionen, an die sich Markus Schneck gerne erinnert: „Im letzten Jahr haben wir einen Greifvogel aus einer Gülle Grube gerettet“. Bereits nach ein paar Wochen konnte der Vogel wieder in die Freiheit entlassen werden.
Auch die Stimmung bei den Mitgliedern ist für ihn ein Grund zur Freude. Rund 30 Mitglieder zählt alleine die Jugendabteilung, was Nachwuchssorgen überflüssig macht. Auch Mädchen sind mit dabei, die für den „guten Ton“ unter den Kameradinnen und Kameraden sorgen. „Wir pflegen eine gute Kameradschaft. Nicht zuletzt, weil wir den Kommandanten selbst wählen können“, betont der neue Chef, dem der Dialog mit seiner Mannschaft wichtig ist. Im Ernstfall liegt die Verantwortung aber auf seinen Schultern, denn dann gibt es keine Demokratie, sondern klare Anweisungen.