Die freiwilligen Helfer stellten ihr Können unter Beweis und lassen hinter die Kulissen blicken.

Renningen - Wenn acht Feuerwehrfahrzeuge, zwei Rettungswagen und eine Polizeistreife, natürlich mit Blaulicht und Martinshorn anrücken – geht es ganz schön zur Sache. So auch bei der Schauübung, die die Feuerwehr vor Publikum gezeigt hat. Die Kulisse vor der die Wehr ihr können zeigt, ist rund um den Ernst-Bauer-Platz.

Simuliert wird dabei ein Wohnungsbrand mit Personenrettung sowie ein Verkehrsunfall, bei dem Verletzte aus beschädigten Autos gerettet werden müssen. „Die Szenarien, die wir heute vorstellen, sind die zwei Hauptszenarien, mit denen wir es zu tun haben“, erklärt Erhard Mohr, der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Renningen.

Szenario könnte Realität werden

Mit von der Partie sind auch der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes und die Polizei. „Das Szenario, das wir vorstellen, ist in Renningen selbst noch nicht passiert, aber das Ereignis ist durchaus denkbar“, erklärt Erhard Mohr. Die ganze Schauübung wird zwischendurch kommentiert, damit das Publikum weiß, was vor sich geht und wieso Feuerwehr, DRK und Polizei genau so handeln, wie sie es tun. Insgesamt sind etwa 50 Einsatzkräfte bei der Übung im Einsatz.

Durch leichtsinniges Handeln kommt es in der Bahnhofstraße 16 zu einem Wohnungsbrand: Ein Junge experimentiert mit seinem Chemiekasten im Keller – das Experiment geht schief und ein Brand entsteht. Ein Ehrenamtlicher der Feuerwehr geht das Vorgehen mit dem Publikum durch und fragt unter anderem, was sie tun würden, wenn sie das Feuer entdecken. Da an diesem Tag alles so realitätsgetreu wie möglich sein soll, darf ein Zuschauer wirklich die 112 wählen. Am Telefon werden dem Anrufer verschiedene Fragen gestellt.

Genaue Kommunikation

Hier betont Alfred Kauffmann, der Moderator an diesem Tag und ein Mitglied der Feuerwehr, wie wichtig exakte Angaben sind, damit die Wehr einschätzen kann, mit wie vielen Fahrzeugen sie ausrücken muss. Nach dem Notruf treffen diese ein, über ein Einsatzleitfahrzeug bis zu einer Drehleiter ist alles dabei. In diesem ersten Szenario gibt es eine starke Rauchentwicklung in einem Mehrfamilienhaus. Es müssen insgesamt vier Personen aus dem Haus gerettet werden, drei aus der Wohnung, eine aus dem Keller.

Es ist ein spektakulärer Anblick, als die Feuerwehr die Drehleiter ausfährt. Sobald die Personen aus dem Haus gerettet sind, übergibt die Feuerwehr sie an das DRK. Dieses überprüft ihren Allgemeinzustand, leistet Erste Hilfe und entscheidet, ob sie ins Krankenhaus müssen. „Haben die Kameraden ihre Arbeit geleistet, kommt die Polizei ins Spiel. Die ermittelt nun, wo der Brand ausgebrochen ist, ob der Brand mit Vorsatz gelegt wurde oder ob es ein Unfall war“, erzählt Kauffmann den Zuschauern.

„Gäbe es diesen Vorfall in Wirklichkeit, so würden wir natürlich den Brand bekämpfen und parallel die Personen aus ihren Autos retten. Aber heute machen wir schön langsam eins nach dem anderen“, erklärt Erhard Mohr. Im weiteren Szenario kommt es durch neugierige Zuschauer bei den Löscharbeiten zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem die Insassen der beiden Autos eingeklemmt werden. „Da wir heute davon ausgehen, dass eines der Autos mit Erdgas betrieben wird, rufen wir die Werksfeuerwehr von Bosch aus Malmsheim zur Unterstützung; wir in Renningen sind für solche Unfälle nicht genügend gerüstet, uns fehlt die nötige Messtechnik“, erzählt der Moderator.

Hilfe aus Malmsheim rückt an

Also trifft kurz darauf die Verstärkung aus Malmsheim ein, die Entwarnung gibt – es tritt kein Gas aus und somit besteht keine Gefahr einer Explosion. Die Fahrzeuge werden stabilisiert, die Polizei hält den Stand der Autos für spätere Ermittlungen fest. Im Anschluss entscheidet der Notarzt, ob eine sogenannte „Crash-Rettung“ notwendig ist, also ob die Opfer sofort geborgen werden, oder ob es reicht, erst die Türen zu entfernen.

„Heute ist keine Crash-Rettung notwendig, also werden die Türen mit Hilfe von hydraulischen Rettungsgeräten geöffnet“, erklärt Alfred Kauffmann. „Sie sehen jetzt, das Öffnen der Türen dauert etwas länger, aber das geht auch in Wirklichkeit nicht schneller“, erzählt Kauffmann weiter. Sind alle Personen aus den Autos gerettet, werden auch diese an das DRK übergeben und gründlich durchgecheckt. Anschließend ist es an der Polizei, die Ermittlungen aufzunehmen und den Grund für den Unfall herauszufinden.

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