Feuerwehreinsatz in Backnang Schon wieder Brand bei einem Müllentsorger – die gefährliche Spur im Abfall

Die Feuerwehr hatte den Brand bei Veolia in Backnang rasch unter Kontrolle. Aber die Gefahr bleibt virulent. Foto: Blaulichtzentrale/Kevin Lermer

Erneut brennt es in einem Entsorgungsbetrieb im Rems-Murr-Kreis. Der Schaden scheint gering – doch die Brandgefahr in der Branche bleibt ein wachsendes Problem.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Der Rauch steigt spät in der Nacht auf. Wieder einmal. Wieder im Gewerbegebiet Kuchengrund in Backnang (Rems-Murr-Kreis). Wieder bei einem Entsorgungsbetrieb.

 

Am Mittwochabend gegen 23.30 Uhr brennt auf dem Gelände von Veolia ein rund zehn Meter langer und zwei Meter breiter Haufen Altpapier. Feuerwehr und Polizei rücken an, Sirenen durchschneiden die Nacht im Industriegebiet. Laut Angaben des Polizeipräsidiums Aalen können die Einsatzkräfte das Feuer rasch unter Kontrolle bringen. Nach Angaben des Unternehmens entstand der Brand in einer Ansammlung von sogenannten PPK-Abfällen – also Papier, Pappe und Kartonagen – die in einer üblichen Lagerbox für Abfälle im Außenbereich gelagert waren. Ein Feuer in einer Lagerhalle habe es demnach nicht gegeben.

35 Feuerwehrleute im Einsatz: Kein Verletzter bei Brand in Backnang

35 Feuerwehrleute aus Backnang und Heiningen löschen die Flammen, sieben Fahrzeuge sind im Einsatz. Auch der Rettungsdienst rückt vorsorglich mit sechs Fahrzeugen an. Verletzte gibt es aber nicht.

Wie hoch der Schaden ist, ist noch unklar. Möglich ist sogar, dass der Brand vergleichsweise glimpflich ausgegangen ist. Die Polizei ermittelt zur Ursache. Veolia spricht nach einer ersten Bewertung von einem geringen Sachschaden. Außerdem habe der Vorfall keine Auswirkungen auf den laufenden Betrieb vor Ort.

Brände in Entsorgungsbetrieben sind keine Seltenheit. Auch bei Alba in Waiblingen gab es schon welche mit verheerendem Ausmaß. Foto: Gottfried Stoppel

Doch im Rems-Murr-Kreis weckt der Einsatz sofort Erinnerungen. Denn Brände in Recyclinganlagen sind längst keine Seltenheit mehr.

Millionenschäden durch Brände in Recyclinganlagen der Region

Erst Anfang Februar musste die Feuerwehr in Waiblingen zu einem Feuer beim Entsorger Alba ausrücken. Damals geriet ein Motor an einem Förderband in Brand. Ein technischer Defekt hatte den Brand ausgelöst, der schnell gelöscht werden konnte. Doch zuvor hatten größere Brände in der Region immer wieder Millionenschäden verursacht.

Auch in Backnang selbst ist Feuer im Müll kein neues Phänomen. Immer wieder geraten Abfallberge oder Sortieranlagen in Brand. Für die Branche sind solche Einsätze inzwischen ein Dauerproblem.

Gefährliche Akkus im Müll: Brandgefahr durch Lithium-Ionen-Batterien

Der Grund liegt häufig im Müll selbst. Immer wieder landen Lithium-Ionen-Akkus im Rest- oder Verpackungsmüll – versteckt etwa in E-Zigaretten, Spielzeugen oder Grußkarten. Werden diese Batterien in Sortieranlagen beschädigt oder erhitzt, können sie sich entzünden.

Branchenverbände sprechen deshalb von „tickenden Zeitbomben“ im Abfall. Bundesweit kommt es laut der Entsorgungswirtschaft zu Dutzenden Bränden pro Woche in Recyclinganlagen.

Ermittlungen zum Brand in Backnang laufen

Ob auch der Brand in Backnang auf einen solchen Akku zurückgeht, ist derzeit offen. Die Ermittlungen laufen.Auch Veolia betont, dass die genaue Ursache des Feuers bislang ungeklärt ist.

Fest steht nur: Für die Feuerwehr bleibt der Müll ein gefährlicher Gegner – selbst dann, wenn ein Feuer wie diesmal vergleichsweise klein bleibt.

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