Feuerwehrlauf am Schönbuchturm In Einsatzkleidung mit 600 Metern Anlauf über 174 Stufen ins Ziel

Oben angekommen sind die Teilnehmer ziemlich platt. Foto: Stefanie Schlecht

Bei der Premiere des Feuerwehrlaufs am Schönbuchturm waren 120 Zweier-Teams aus der Blaulicht-Familie am Start. Die Tagesbestzeit lieferten Kameraden der Berufsfeuerwehr Stuttgart.

Die große Zahl an Feuerwehrleuten, Polizisten und Mitgliedern des Technischen Hilfswerks, die am Samstagnachmittag die Szenerie rund das Herrenberger Naturfreundehaus dominiert, ist keinem Einsatz geschuldet. Die Angehörigen der so genannten Blaulicht-Familie wollen allesamt bei der Premieren-Auflage des Feuerwehrlaufs am Schönbuchturm dabei sein, den der Kreisfeuerwehrverband des Landkreises Böblingen veranstaltet. Dessen Streckenprofil: 600 Meter windet sich der Weg zuerst in einer einfachen Spirale den Stellberg hinauf, bevor der Hammer kommt: 174 Stufen sind es zum Ziel auf der obersten Plattform des Turms.

 

Lauter Zweier-Mannschaften

Weil bei all diesen Organisationen Teamgeist gefragt ist, gehen nur Zweier-Mannschaften an den Start – insgesamt haben sich 120 Duos angemeldet. Neben einer Wertung für Jugendfeuerwehren haben die Frauen-, Männer- und Mixed-Teams die Wahl, ob sie lediglich in Einsatzkleidung mit Schutzstiefeln auf die Strecke gehen oder in kompletter Montur zusätzlich mit aufgesetztem Helm und mitgeführten Handschuhen sowie nicht angeschlossenem Atemschutzgerät mit einer mindestens sechs Liter fassenden Atemluftflasche. Rund zwei Drittel des Teilnehmerfeldes haben die letzte Variante gewählt.

Angesichts dieser zusätzlichen Kilos meinte es der Wettergott gut mit den kühlen Temperaturen. Außerdem hatte es rechtzeitig genug vor dem Start aufgehört zu regnen, damit die Metallstufen des Schönbuchturms ausreichend abtrocknen konnten.

Auf die Strecke geschickt werden die Duos im 20-Sekunden-Abstand von Jürgen Stäbler, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands, und Axel Stahl vom Event Team Stahl, das in der Region als Veranstalter von zahlreichen Ausdauersport-Events präsent ist und auch den Kreisfeuerwehrverband bei der Durchführung unterstützt.

Markus Priesching macht als Verbandsvorsitzender gemeinsam mit Landratsvize Martin Wuttke den Auftakt. Ihnen folgt das zweite Promi-Duo Tandem mit Herrenbergs Oberbürgermeister Nico Reith sowie dessen Feuerwehrkommandant Marvin Binder. „Es ist brutal anstrengend“, insbesondere „weil man viel zu schnell los legt“, lautet das Fazit des OBs, als er zurück auf festem Boden nicht nur die vom Landratsamt spendierte Medaille, die alle Finisher bekommen, um den Hals hängen hat, sondern auch die beinahe noch begehrtere Wasserflasche in der Hand.

Steigungstechnisch hat es der Anlauf in sich

Dass es bereits der Anlauf steigungstechnisch in sich hat, stellen auch viele der nachfolgenden Teilnehmer fest. Teams, welche die letzte Rampe vor dem Turm im Jogging-Tempo zurücklegen, ernten daher anerkennende Blicke von Kameraden, die schon auf dem Rückweg sind. Angefeuert werden die Teilnehmer durch zahlreiche Zuschauer, die die Strecke säumen. Besonders sticht dabei eine Gruppe, die aus Feuerwehrleuten aus Buchen im Odenwald besteht. Nachdem sie – nach 1,5 Stunden Anfahrt – ihre Läufe bereits absolviert haben, feuern sie ihre Kameraden mit Plakaten an wie „Umdrehen wäre jetzt auch deppert“ oder „Ist das noch Warmmachen oder lauft ihr schon?“. Bei der Nordschwarzwald Trophy, bei der der Schömberger Aussichtsturm das Ziel ist, hätten sie von dem Feuerwehrlauf am Schönbuchturm gehört.

Großer Publikumszuspruch

Durch diesen Wettbewerb ist Idee über die Ehninger Wehr in den Landkreis geschwappt. Deren Kommandantin Astrid Schimmer, bei der die Fäden für die Veranstaltung zusammenliefen, zeigt nach der Siegerehrung im Biergarten des Naturfreundehauses nicht nur höchst zufrieden mit Teilnehmer- und Publikumszuspruch, sondern auch mit dem Zusammenhalt der Landkreis-Wehren. So hätten zum Beispiel spontan Kameraden mit zusätzlichen Mannschaftstransportwagen den Pendelverkehr zwischen Naturfreundehaus und dem Sportgelände des TSV Hildrizhausen, an dem sie den Parkplatz nutzen durften, verstärkt, um die Teams rechtzeitig zum Start zu bringen. Auch Markus Priesching zeigte sich zuversichtlich, dass der Kreisverbandsausschuss für eine Neuauflage im nächsten Jahr stimmt. Die Bestzeit des Teams der Berufsfeuerwehr Stuttgart, die es dann in voller Montur zu schlagen gilt, liegt bei fünf Minuten und 14 Sekunden.

Die Ergebnisse

Mit Atemschutz
Männer: 1. Philipp Großmann, Christoph Groß (Berufs-FW Stuttgart), 2. Robin Wurster, Stefan Kabuth (FW Rottenburg a. N.), 3. Dominik Gauß, Andreas Bühler (FW Gäufelden). Frauen: 1. Friederike Hauschild, Paula Kiesewetter (FW Tübingen), 2. Astrid und Lea Schimmer (FW Ehningen/Leimen).

Ohne Atemschutz
Männer: 1. Max Jörke, Damian Franz, 2. Andreas Oehler, Luis Müller (alle Polizei Herrenberg), 3. Norman Maahs, Maximilian Sell (THW Hechingen).

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