Viel Präsenz zeigte die Polizei am Mittwoch in der Stuttgarter Innenstadt – und die war offenbar auch nötig.
Bereits einen Tag vor der Europa-League-Partie zwischen dem VfB Stuttgart und Feyenoord Rotterdam hat sich die starke Polizeipräsenz in der Landeshauptstadt bewährt. Mehrere Hundert Polizeibeamte seien vor der Begegnung am Donnerstag (21 Uhr/MHP-Arena) im im Einsatz gewesen, teilt die Pressestelle mit.
Schon am Vortag belagerten Fans aus Rotterdam, die in der Vergangenheit bei Auswärtsspielen auch schon mit ihrer Gewaltbereitschaft auffielen, verschieden Gaststätten und Kneipen in der Innenstadt. Friedlich blieb es dabei nicht. In einer Gaststätte an der Pfarrstraße – vermutlich das Irish Pub – beschädigten Fans aus Rotterdam gegen 20.40 Uhr eine Toilette. Einsatzkräfte kontrollierten daraufhin rund 100 Gästefans. Sie erhielten im Anschluss einen Platzverweis für den Cityring.
Am Kernerplatz fliegen am Abend die Fäuste
Rund eineinhalb Stunden später flogen am Kernerplatz die Fäuste. Gegen 22.10 Uhr meldeten mehrere Zeugen eine größere Auseinandersetzung, an der mehrere Personen beteiligt gewesen sein sollen. Als die Polizei eintraf, waren die Raufbolde bereits geflüchtet. Die Ermittlungen zu den Tatverdächtigen laufen, teilt die Polizei mit.
Kurze Zeit später gab es eine weitere Prügelei in der Olgastraße, bei der eine Person verletzt wurde. Er kam zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus. Polizeibeamte nahmen einen Tatverdächtigen, „der keinen Fußballbezug hatte“, vorläufig fest. Der Mann sei offensichtlich weder VfB- noch Feyenoord-Fan gewesen, teilte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage mit.
Den Anpfiff am Donnerstagabend werden nicht alle Feyenoord-Fans mitbekommen – zumindest nicht im Stadion. Bei drei von ihnen hatte die Polizei bei einer Kontrolle sogenannte Passivbewaffnung gefunden wurde. Konkret ging es um Quarzhandschuhe, die am Handrücken und im Bereich der Knöchel mit Protektoren versehen sind. Die Männer erhielten ein Aufenthaltsverbot und traten mit dem Zug die Heimreise an.
Die Polizei zog für den Mittwoch eine positive Bilanz. „Durch das professionelle und schnelle Einschreiten sowie die hohe Präsenz der Einsatzkräfte gelang es, weitere Auseinandersetzungen zu verhindern“, hieß es. Einsatzleiter Carsten Höfler sprach von „ersten Fouls außerhalb des Spielfelds“, die es noch vor Anpfiff gegeben habe. „Umso aufmerksamer wird die Polizei den Spieltag begleiten“, so Höfler. Unter anderem planen die niederländischen Fans einen Marsch zum Stadion.