Mäh-Boykott in Sachsenheim beendet Weniger Hundekot auf den Wiesen

Ob die Schilder stehen bleiben, ist noch nicht final geklärt. Foto: factum/Granville
Ob die Schilder stehen bleiben, ist noch nicht final geklärt. Foto: factum/Granville

Der Mäh-Boykott zeigt Wirkung: In den Wiesen Sachsenheims ist nun weniger Hundekot, so dass wieder gemäht werden kann. Die Aktion hat der Stadt einen kleinen Medienrummel beschert.

Ludwigsburg: Philipp Obergassner (pho)
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Sachsenheim - Gute Nachrichten aus Sachsenheim: die Mitarbeiter des Bauhofs mähen die Grünflächen in der Stadt wieder. Im April hatten die Grünpfleger sich geweigert, bestimmte Wiesen im Stadtgebiet zu stutzen, da sie voll mit Hundehaufen waren und die Mitarbeiter beim Mähen mit Kot vollgespritzt wurden. Die Stadt hatte daraufhin die Grünpflege dort eingestellt, weil die Arbeitsbedingungen als nicht zumutbar empfunden wurden und Hinweisschilder angebracht: „Wegen Verunreinigung durch Hundekot ist derzeit leider keine Grünpflege möglich“, heißt es darauf. Man hoffte auf einen Lerneffekt bei den Hundehaltern.

Den gab es offenbar wirklich: „Die Verunreinigung ist zurückgegangen“, sagt die Stadtsprecherin Nicole Raichle. Die Stadt geht davon aus, dass die Hinweisschilder die Verhaltensänderung bewirkt haben.

Medienrummel wegen Mäh-Boykotts

Der Mäh-Boykott hatte der Stadt am Rande des Kreises Ludwigsburg einen kleinen Medienrummel beschert: der SWR berichtete in der Landesschau, mehrere Radiosender waren vor Ort, „RTL hat sich auch angemeldet, dann aber wieder abgesagt“, berichtet Raichle. Eine Satire-Sendung hat das Thema bisher nicht aufgegriffen.

Auch im Ort wurde das Thema heiß diskutiert. Hundehalter seien verstärkt auf das Problem angesprochen worden, sagt Raichle. Nach Angaben der Stadt sind mehrere Hinweise zu möglicherweise verantwortlichen Herrchen und Frauchen eingegangen. „Aber den Mut, eine Anzeige zu erstatten, hatte doch niemand“, sagt Raichle.

Auf Facebook fordern die Leute eine Hunde-DNA-Kartei

Das Echo in den sozialen Medien fiel unterschiedlich aus: Viele äußerten Verständnis für die Entscheidung der Stadt, die Grünpflege einzustellen. Andere forderten – wahrscheinlich nicht ganz ernst gemeint – Ganzkörperschutzanzüge für die Grünpfleger oder eine Hunde-DNA-Kartei, um die Übeltäter zu überführen. Und mancher freute sich für Bienen und andere Insekten über die wild wuchernden Wiesen.

Bei der Stadt ist man nun froh, dass sich die Situation entspannt hat. „Wie lange das anhält, müssen wir nun sehen“, sagt Raichle. Ob man die Schilder auch weiterhin auf den vier betroffenen Wiesen stehen lassen möchte, sei noch nicht final geklärt, sagt Raichle. „Sie sollen die Leute daran erinnern, dass das Mähen auch wieder eingestellt werden kann.“




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