Figurentheater in Stuttgart zeigt „Zwei im Fluss“ Einladung zu einem nassen Abenteuer

Von Brigitte Jähnigen 

Der Frosch fühlt sich wohl, die Pflanze gedeiht. Allen anderen bereiten Antje Töpfer und Roderick Vanderstraeten in ihrem neuen Figurenstück für Kinder ab vier Jahren nicht nur poetische Momente.

Antje Töpfer und Roderick Vanderstraeten erkunden das Element Wasser – Szene aus dem Figurentheaterstück „Zwei im Fluss“. Foto: Fitz/F. Feisel
Antje Töpfer und Roderick Vanderstraeten erkunden das Element Wasser – Szene aus dem Figurentheaterstück „Zwei im Fluss“. Foto: Fitz/F. Feisel

Stuttgart - Nichts wie weg! Überall ist Wasser. Eine Decke über den Köpfen, verlassen Antje Töpfer und Roderik Vanderstraeten eilig die Premierenbühne. Von einer Wäscheleine trieft das Nass aus Lappen und Decken. In Henkeltopf und Schale plätschern die Tropfen. Wasser hat sich breitgemacht auf dem Boden, bildet Rinnsale und Pfützen. Nur der Frosch schaut freudig aus der Schöpfkelle. Er fühlt sich wohl in seinem feuchten Element. Und ganz zum Schluss, da haben sich die beiden Spieler im Fitz schon hinter der Bühne versteckt - wächst eine Pflanze auf dunkler Bühne. Ein wunderbar poetischer Moment am Ende einer Premierenstunde am Samstag, in der die vielfältig arbeitende Figurenspielerin und der auch elektroakustisch tätige Komponist Zuschauer ab vier Jahren mit Expeditionen ins Reich des Elements Wasser unterhalten haben.

Papierboote und Dampfertöne

„Oh Gott, zum Glück ist das nicht unser Parkettboden“, denkt sicherlich mancher erwachsene Zuschauer ob der wassergetränkten Bühne. Oder gar das Laminat! „Guck mal, die planschen“, hat ein kleines Mädchen eben noch freudig gerufen. Da hatten sich Töpfer und Vanderstraeten schon auf ein bisschen Zauberei eingelassen. Doch wer die Wasserschale sucht, endete im Ozean – und in einem Abenteuer.

Herabgestiegen von einem mobilen Podest, einer Bühne auf der Bühne, richtet das Künstlerpaar sich ein. Mit nixenhaften Schwimmbewegungen, die Schwerelosigkeit suggerieren, bewegt die Figurenspielerin im abgedunkelten Raum nicht nur ihren Körper, sondern auch die Fantasie des Publikums. Passend dazu erzeugt der Musiker mit Mikrofon, Wasser und Metall Tiefseesound und Echolot. Ein Papierboot wird durch die Luft gelenkt, Vanderstraeten trötet Dampfertöne aus einer Wasserflasche. Kunststoff-Fische bevölkern als scheinbar lebende Wesen den Raum, bleiben wie magisch in der Luft stehen oder verschwinden im Nu. „Wo ist der Fisch?“ Kinder und Erwachsene sind in jeder Spielminute aufmerksam und begeistert ob des analogen Spiels. Immer und immer wieder tut sich eine neue Wasserquelle auf. Toll, wie das Künstlerpaar in der Regie von Ines Müller-Braunschweig Idee an Idee fließen lässt.

Wieder am 15. und 16., 28. und 29. Oktober