Filder Kinder testen das neue Waldheim im Bernhäuser Forst

Von außen noch karg, von innen schon  ein Bienenschlag: Matthias Gebhardt und Sarah Enzler sind gut gelaunt. Foto: Alessa Becker
Von außen noch karg, von innen schon ein Bienenschlag: Matthias Gebhardt und Sarah Enzler sind gut gelaunt. Foto: Alessa Becker

Der Neubau des Ferienwaldheims im Bernhäuser Forst wird bei der ersten Ferienfreizeit auf die Probe gestellt. Noch hakt es an manchen Dingen, doch die Stimmung ist fröhlich, und für einige Probleme fand sich schnell eine Lösung.

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Filder - Carolina, Lene, Anna und Nicoline sind Freundinnen seit dem Kindergarten. Klar, dass sie auch in den Sommerferien zusammen sein möchten. Da ist das evangelische Ferienwaldheim im Bernhäuser Forst für die zwölfjährigen Mädchen eine gute Freizeitbeschäftigung. „Wir hängen nicht am Handy, sondern sind viel draußen und erleben gemeinsam Abenteuer“, sagt Anna. Nicoline versteht sich gut mit den Betreuern und findet es cool, auch mit Älteren Zeit zu verbringen. Lene sagt derweil, ihr hätten die biblischen Geschichten in diesem Jahr wieder gut gefallen.

Das Ferienwaldheim hat vor zwei Wochen begonnen, und wie in jedem Jahr basteln und toben die Kinder im Bernhäuser Forst. Doch dieses Jahr ist alles neu, denn das alte, fast 50 Jahre alte Gebäude des Waldheims ist Geschichte. Das Thema der ersten Freizeit im Neubau ist Paulus, einer der ersten Theologen der Christentumsgeschichte. Alles auf Anfang also.

Es fehlt noch Geld im Spendentopf

Von außen sieht sie noch sehr karg aus, die neue Heimat des Waldheims. Die Außenfassade ist noch nicht fertig, und die kahlen Betonmauern sind so trist und grau wie die Regenwolken am Himmel. Farblich passend zur benachbarten Tagesstätte, die vom Evangelischen Jugendwerk betrieben wird, sollen die Außenwände in Weinrot gestrichen werden. Rund 75 000 Euro fehlen dafür im Spendentopf.

Ansonsten ist aber alles fertig geworden. Der 750 Quadratmeter große Innenhof strahlt in blütenreinem Weiß. Das Geschrei und Gelächter von 241 Kindern dringt aus den 14 neuen Gruppenräumen, die u-förmig um den Innenhof angelegt sind. Tischtennisplatten stehen im Hof und ein Tischkicker, das Einweihungsgeschenk der beiden Städte Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt.

Auch im Materiallager ist schon alles an seinem Platz und fein säuberlich beschriftet. Das Material war seit Februar in Containern gelagert. „Es war gar nicht so einfach, alles wieder zusammenzufinden“, sagt Matthias Gebhardt, Leiter des Waldheims. Alle Beteiligten hätten sich mittlerweile gut an die neuen Abläufe gewöhnt.

Nachträglich Schalldämmung eingebaut

Die Sanitäranlagen sind nun für Erwachsene und Kinder getrennt – eine Neuerung. Außerdem gibt es keinen Keller mehr. „Das macht alles viel übersichtlicher, und wir haben die Kinder besser im Blick“, erklärt Gebhardt. Aus vorgefertigten Betonelementen und Containern ist der Flachbau zusammengefügt. Dabei wurde vor allem darauf geachtet, die Kosten zu reduzieren. Etwa 1,2 Millionen Euro hat der Neubau gekostet. Bleiben da noch Wünsche offen? Ja, Schalldämmung in den Gruppenräumen zum Beispiel. „Wir haben festgestellt, dass die Räume stark hallen und auch sehr hellhörig sind, was zu einem hohen Lärmpegel führt“, sagt Gebhardt. In zwei Räumen wurde deshalb bereits eine Schalldämmung an der Decke angebracht, was das Problem gelöst habe.

„In unserer ersten Freizeit wird das Gebäude ja erst noch auf die Probe gestellt, und da finden wir natürlich noch einige Kleinigkeiten, die verbessert werden können“, sagt Gebhardt. Türstopper werden angebracht, und die eine oder andere Schraube muss nachgezogen werden. Allgemein ist Matthias Gebhardt aber sehr zufrieden. „Ich finde, der Neubau ist wirklich schön geworden“, sagt er. An ein kleines Wunder grenzt, dass er rechtzeitig zu Beginn der Sommerferien fertig geworden sei. Im Februar dieses Jahres sind unter dem alten Gebäude Eternitplatten gefunden worden, die „erst mal unschädlich gemacht werden mussten“, erklärt er. „Ohne die Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helfer und Freunde des Waldheims hätten wir es nicht geschafft“, sagt Gebhardt. So sei beispielsweise die ganze Elektrik von einem befreundeten Fachmann eingebaut worden.

Die Inneneinrichtung ist spartanisch. Carolina und ihre Freundinnen stört das aber nicht. Sie sind die meiste Zeit draußen, bei jedem Wetter. Der Neubau liegt beim Spielen dann weit hinter ihnen.




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