Filder Radfahrer gefährden oft sich und andere

Von Felix Arnold 

Beim Stadtradeln in Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen werden viele Kilometer zurückgelegt. Dabei achten die Radler nicht immer aufs Grundsätzliche: die Sicherheit. Weshalb ist das so?

Es ist zu hoffen, dass wenigstens Kinder nur mit Helm unterwegs sind. Die unbeliebte Kopfbedeckung kann Leben retten. Foto: dpa
Es ist zu hoffen, dass wenigstens Kinder nur mit Helm unterwegs sind. Die unbeliebte Kopfbedeckung kann Leben retten. Foto: dpa

Filder - Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen nehmen aktuell am Stadtradeln teil. Die internationale Kampagne will einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Innerhalb von 21 Tagen sollen möglichst viele Kilometer auf dem Rad zurückgelegt werden. Viele Menschen gehen allerdings zu lax an die Sache ran und gefährden damit sich und andere. Damit nicht nur die Klimabilanz, sondern auch die Sicherheit auf der Straße passt, gibt Jürgen Lenz Tipps. Er ist der Fahrradbeauftragte in Filderstadt.

Warum ist ein Helm wichtig?

Zugegeben, es gibt schickere Accessoires als Fahrradhelme. Und trotzdem können die unbeliebten Kopfbedeckungen zu echten Lebensrettern werden oder schlimme Verletzungen verhindern. Selbst auf dem kurzen Weg zum nächsten Bäcker oder zum Bahnhof könne etwas passieren, warnt Jürgen Lenz. „Die Länge der Strecke hat keinen Einfluss auf die potenzielle Gefahr.“

Warum viele Menschen trotz dieses Risikos keinen Helm aufsetzen, kann Jürgen Lenz nicht nachvollziehen. „Möglicherweise empfinden gerade junge Leute ein solches Accessoire als uncool und wenig zeitgemäß“, sagt er. Doch: „Was bringt mir eine tolle Frisur, wenn ich böse stürze und mich dann verletze?“ Und das sagen die Zahlen dazu: Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen beim Bundesverkehrsministerium trugen im vergangenen Jahr insgesamt nur 19 Prozent aller Fahrradfahrer in deutschen Städten einen Helm.

Eine Helmpflicht befürwortet der Radbeauftragte aus Filderstadt trotzdem nicht. Er befürchtet nämlich, dass dann weniger Menschen aufs Fahrrad steigen würden. „Darüber hinaus wären Verstöße schwer zu kontrollieren und kaum zu ahnden“, erklärt Jürgen Lenz. Er hofft, dass die Eitelkeit der Erwachsenen wenigstens nicht auf die Kinder abfärbt.

Und die bundesweite Statistik legt die Vermutung nahe, dass dem so ist. Bei den Sechs- bis Zehnjährigen liegt die Helmquote bei 72 Prozent, bei Jugendlichen zwischen elf und 16 Jahren allerdings nur noch bei 34 Prozent.

Erhöht die Kleidung die Sicherheit?

„Es muss ja nicht jeder, so wie ich es halte, eine Warnweste tragen“, sagt Lenz. Aber bei Dunkelheit solle man zumindest so vernünftig sein und gut erkennbare Kleidung tragen, rät er. Dies sei nicht nur für die eigene Sicherheit wichtig, sondern helfe auch anderen Verkehrsteilnehmern, so der Filderstädter Radbeauftragte. Viele Menschen würden leider nach dem Motto handeln: „Man sieht mich ja eh aufgrund der Laternen und Autoscheinwerfer“. Jürgen Lenz appelliert aber an die Vernunft der Bürger, sich bewusst zu machen, dass es sich hierbei um einen gefährlichen Trugschluss handelt.

Wie sollte das Rad ausgestattet sein?

Die Ausstattung des Radfahrers ist die eine Sache. Die Ausstattung des Rads die andere. Häufig sei Letztere zwar nicht das Problem, wohl aber die Tatsache, dass die Hilfsmittel nicht genutzt würden. Schlicht, weil der Fahrer das Licht nicht einschaltet.

Und auch die Klingel gehört zum Standard. Was aber nicht bedeutet, dass jeder weiß, wie er sie einsetzt. „Es geht nicht darum, sich wie ein Rambo von hinten den Fußgängern zu nähern, so dass diese sich erschrecken oder schier über den Haufen gefahren werden“, sagt er. Laut Jürgen Lenz wäre viel gewonnen, wenn die Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht aufeinander nehmen würden. „Eine defensive Fahrweise kann nie schaden, da man immer auch mit Fehlern anderer Fahrrad- und Autofahrer rechnen und jederzeit zu einer entsprechenden Reaktion in der Lage sein muss“, sagt er.

Auf der Homepage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (www.adfc.de) kann man sich unkompliziert über Themen wie Wartung und Zubehör informieren.

Kann ich mich noch anmelden?

Ja, man kann sich bis zum letzten Tag des Stadtradelns anmelden und sich die gefahrenen Radkilometer nachträglich noch anrechnen lassen. In Filderstadt endet das Stadtradeln am 25. Juli, in Leinfelden-Echterdingen am 22. Juli. Anmeldungen sind online unter www.stadtradeln.de möglich.




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