Filderbahnhof plus SPD bittet die Bahn zur Kasse

Von dud/hef 

Der Chef der Landtags-SPD will die Bahn zur Kasse bitten: Claus Schmiedel fordert eine Beteiligung an den Mehrkosten für den Flughafenbahnhof plus.

In welcher Form der Flughafen ans Gleisnetz angeschlossen wird, ist eine Frage des Geldes. Foto: Achim Zweygarth 12 Bilder
In welcher Form der Flughafen ans Gleisnetz angeschlossen wird, ist eine Frage des Geldes. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Nachdem die Landtags-SPD bisher vor allem vom grünen Teil der Regierung gefordert hat, sich an den Mehrkosten für einen besseren Filderbahnhof zu beteiligen, verlangt die Parteispitze nun auch von der Bahn als Bauherrin von S 21 ein Entgegenkommen. „Wenn wir uns bewegen, muss sich auch die Bahn bewegen“, so Fraktionschef Claus Schmiedel. Auch sie müsse sich an den Mehrkosten von 224 Millionen Euro beteiligen.

Am Dienstag hatte sich die Landesregierung, wie berichtet, im Gespräch mit dem Bahn-Vorstand Volker Kefer erstmals bereit erklärt, über eine gesonderte Finanzierung der Mehrkosten für die Alternative der ursprünglich geplanten Fildertrasse Gespräche zu führen. Neben Bahn und Land sieht Schmiedel auch den Flughafen und die Region in der Pflicht, nicht aber Stuttgart. „Die Stadt ist bei der Finanzierung außen vor, weil es nicht ihre Aufgabe ist, einen Bahnhof auf fremder Gemarkung zu verbessern“, betonte er. Alle anderen Projektpartner hätten Vorteile von einem Halt nahe Landesmesse und Flughafen.

Letztlich Verhandlungssache

Zunächst müsse nun der Lenkungskreis entscheiden, dass nicht die Antragstrasse weiter verfolgt, sondern die Alternative gebaut werde, so Schmiedel. Wie letztlich die Kosten auf die einzelnen Projektpartner verteilt würden, sei Verhandlungssache.

Als einziger der Projektpartner hat der Verband Region Stuttgart bereits fünf Millionen Euro für den Filderbahnhof plus in Aussicht gestellt. Der Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) begrüßt, „dass nun ein Umdenken eingesetzt hat“. Anders als Verkehrsminister Winfried Hermann sei der Verband der Ansicht, so Bopp, dass der Filderbahnhof plus viel für den Regionalverkehr bringt und man jetzt die Chance ergreifen muss, um den Bahnhof zu einem regionalen Drehkreuz auszubauen zu können. Der Bahnhof biete vor allem die Möglichkeit, dass aus dem Raum Böblingen über den Flughafen direkt in Richtung Neckartal gefahren werden könne.

Kritik am Verkehrsminister

In einem am Mittwoch von CDU, SPD, Freien Wählern und FDP gegen die Stimmen der Grünen und Linken angenommenen Antrag bittet der Verkehrsausschuss der Region das Land, sich finanziell am Filderbahnhof plus zu beteiligen. Die Befürworter kritisieren Verkehrsminister Hermann (Grüne), dass er die Vorteile für den Regionalverkehr nicht erkenne.