Filderebene Kröten kreuzen wieder die Straßen

Von Eileen Breuer 

Kröten machen sich derzeit auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei kreuzen die Tiere auch Straßen auf der Filderebene. Wir wissen, an welchen Stellen Autofahrer besonders Rücksicht nehmen müssen.

Faule Männchen: Sie lassen sich oft von den Weibchen zum Laichgewässer tragen. Auch solchen Pärchen helfen die Ehrenamtlichen über die Straße. Foto: dpa-Zentralbild
Faule Männchen: Sie lassen sich oft von den Weibchen zum Laichgewässer tragen. Auch solchen Pärchen helfen die Ehrenamtlichen über die Straße. Foto: dpa-Zentralbild

Filder - Wenn die Nächte wieder milder werden und es im Frühjahr wärmer wird, gehen Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Feuersalamander auf Laichwanderung. Sie machen sich besonders gern bei Regen und Temperaturen um die vier Grad auf den bis zu vier Kilometer langen Weg zu den Gewässern. Dabei kreuzen sie auch Straßen auf der Filderebene. An gefährlichen Stellen helfen Ehrenamtliche den Tieren beim Überqueren der Straße.

Ingeborg Günter vom Naturschutzbund Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen ruft alle Helfer dazu auf, beim Sammeln Warnwesten zu tragen: „Wichtig ist es, sich nicht selbst zu gefährden.“ Die Helfer sammeln die Amphibien in der Hauptwanderzeit zwischen Februar und April auf und setzen sie an der anderen Straßenseite wieder aus. Die Krötensammler sind besonders abends zwischen 19 und 23 Uhr unterwegs.

Autofahrer sollen in den Monaten der Laichwanderung auf Helfer und wandernde Tiere Rücksicht nehmen. Günther sieht vor allem an der Alten Poststraße, die zur Schlösslesmühle führt, eine Gefahr für die Kröten: „Das Problem ist, dass zu wenig kontrolliert wird.“

Straße bei Schlösslesmühle für Schleichverkehr gesperrt

Nun zieht die Stadt eben dort Konsequenzen. Von Montag, 27. Februar, an ist die Straße an der Schlösslesmühle gesperrt. Eigentlich ist der Weg nur für Anlieger und Besucher der Mühle freigegeben. Viele Autofahrer nutzen ihn jedoch als Schleichweg nach Steinenbronn und Waldenbuch. Die Durchfahrt ist nun für drei bis vier Wochen nicht mehr möglich. „Der Weg wird mit einer Kette und Containern abgesperrt“, sagt Gisela Fechner von der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Anwohner und Besucher könnten aber weiterhin bis zur Schlösslesmühle fahren, sagt sie. Dabei gelte ein Tempolimit von 20 Kilometern pro Stunde.

Krötenzäune und Schilder schützen die Amphibien

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, um den Kröten eine gefahrlose Laichwanderung zu ermöglichen. Im Siebenmühlental von der Seebruckenmühle bis Leinfelden werden zum Beispiel Krötenzäune angebracht. Die Tiere gelangen dann durch eine sogenannte Dole, eine kanalartige Unterführung, auf die andere Straßenseite. „Das hat sich bewährt“, sagt Fechner.

Auch an der Kreisstraße zwischen Weil im Schönbuch und Waldenbuch sind feste Krötenzäune mit Durchlässen angebracht. Das Krötensammeln durch ehrenamtliche Helfer sei an dieser Stelle deshalb nicht nötig, teilt Dusan Minic vom Landratsamt Böblingen mit.

Nelli Stark-Wolf vom Naturschutzbund Steinenbronn und Waldenbuch führt an, dass die Kröten auch die Zufahrtsstraße zum Rohrwiesensee kreuzen. Dort habe die Stadt jedoch ein Hinweisschild aufgestellt. „Die Stadt war da sehr kooperativ“, sagt sie. Außer dieser Gefahrenstelle gebe es in Waldenbuch und Steinenbronn keine weiteren. Eine Sammelaktion vom Naturschutzbund lohne sich in Steinenbronn und Waldenbuch nicht. „Es sind in diesem Gebiet nicht so viele Kröten unterwegs“, sagt sie.

Noch weniger Kröten überqueren wohl in Filderstadt die Straßen. „Die Stadt hat keine Problembereiche, da die Gewässer entweder im Wald oder nicht an Straßen liegen“, sagt Ellen Schweizer, die persönliche Referentin des Oberbürgermeisters der Stadt Filderstadt.

Zwischen Februar und April muss vorsichtig gefahren werden

Wanderung: Die Amphibien sind zwischen Februar und April auf Laichwanderung. Besonders regnerische Nächte und Temperaturen von etwa vier Grad Celsius locken die Kröten aus ihren Verstecken. Während der Wanderung fordert der Naturschutzbund Autofahrer dazu auf, vorsichtig zu fahren und auf Tiere und Helfer Rücksicht zu nehmen.

Gefährdete Straßen:
Von der Laichwanderung betroffen ist besonders die Alte Poststraße in Echterdingen, die zur Schlösslesmühle führt. Auch auf der Häfner Steige in Musberg sollen Autofahrer Acht geben. Außerdem ist die alte B 27 auf Höhe der Kläranlagen in Musberg von der Krötenwanderung betroffen. Die Tiere kreuzen außerdem die Kreisstraße sowie alle anderen Straßen bei der Mäulesmühle. Außerdem sind die Kreisstraße zwischen Weil im Schönbuch und Waldenbuch sowie die Zufahrtsstraße zur Kochenmühle in Stetten und die zum Rohrwiesensee in Waldenbuch gefährdet. Fahrradfahrer sollen auf dem Bundeswanderweg im Siebenmühlental achtsam sein. Die meisten betroffenen Straßen sind mit einem Warnschild gekennzeichnet.