Filderstadt Ärger über Mahlestraße bleibt bestehen

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Anwohner einer Straße nahe des Fildorado in Filderstadt-Bonlanden wünschen sich, dass Autos gebremst werden. Insbesondere abends und an Wochenenden müsse geblitzt werden. Außerdem brauche man mehr Parkplätze.

Verwirrung pur: Links wird die   Tempo-30-Zone aufgehoben, rechts wird Tempo 30 angeordnet. Foto: Otto-H. Häusser
Verwirrung pur: Links wird die Tempo-30-Zone aufgehoben, rechts wird Tempo 30 angeordnet. Foto: Otto-H. Häusser

Bonlanden - Die Mahlestraße sei zur Rennstrecke geworden, sagt Renate Rückle. „Selbst der Bus fährt keine 30“, erklärt sie und fordert gezieltere Kontrollen. Das Ordnungsamt sei zwar immer wieder mit den Messgeräten vor Ort. „Es müsste jedoch vor allem abends und an den Wochenenden geblitzt werden“, sagt sie und ist sich sicher, dass dies auch viele ihrer Nachbarn so sehen.

Es sollte also dann kontrolliert werden, wenn der Gemeindevollzugsdienst eigentlich frei hat. „Wir sind nur einmal in der Woche abends unterwegs“, sagt Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing. Dann werde aber vor allem der ruhende Verkehr kontrolliert, sprich: Es werden Parkverstöße geahndet. Man könne allerdings auch mal in nächster Zeit abends an der Mahlestraße blitzen.

Nach Einschätzung von Renate Rückle wäre es auch hilfreich, wenn die Beschilderung verbessert würde. Völlig absurd erscheint ihr, dass an der Abzweigung zur Schlesienstraße auf der einen Seite der Mahlestraße die Tempo-30-Zone mit einem Schild aufgehoben wird. Auf gleicher Höhe wird aber auf der anderen Straßenseite Tempo 30 angeordnet. „Das versteht doch kein Mensch“, sagt Rückle.

Radspur ist umstritten

Diese Regelung habe etwas mit der Radspur auf der oberen Mahlestraße zu tun, erklärt Blessing. Solch eine Spur sei nämlich in einer Tempo-30-Zone nicht zulässig. Deshalb müsse die Zone dort aufgehoben werden. „Das können wir nicht anders regeln“, sagt Blessing.

Er hält auch nichts davon, die Radspur wieder zu beseitigen. „Die ist total überflüssig“, sagt nämlich Anwohnerin Rückle, „dort fährt kein Mensch“. Die Schüler aus dem Bildungszentrum Seefälle würden alle mit dem Rad über den Fildorado-Parkplatz fahren.

Zum Hintergrund: Die Radspur war nach dem Ausbau des Fildorados angelegt worden. Dadurch sollte auch sicher gestellt werden, dass dort kein Badbesucher mehr parkt. Zwei Familien, die an der Mahlestraße wohnen, hatten mit der Stadt vereinbart, dass keine Autos mehr an der Straße parken dürfen. Nur unter dieser Voraussetzung hatten sie auf ihr Widerspruchsrecht gegen den Ausbau des Bads verzichtet und damit die Bauarbeiten nicht ausgebremst. Später erstritten dann andere Anwohner, dass zumindest einige Parkplätze auf der gegenüberliegenden Straßenseite geschaffen werden. Ansonsten darf dort inzwischen nur außerhalb der Schulzeit kurz gehalten werden. Die Begründung dafür ist, dass den Radlern auf der Radspur genug Platz zur Verfügung stehen soll.

Parken bleibt ein Problem

Renate Rückle ist sich jedoch sicher, dass der Platz ausreichen müsste. „Schließlich könnte der Verkehr dort auch durch parkende Autos gebremst werden.“ Ordnungsamtsleiter Blessing sieht jedoch keine Chance für irgendwelche Änderungen. Der jetzige Zustand sei im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidium zustande gekommen, sagt er.

Den Anwohnern wäre auch dann geholfen, wenn sie auf dem benachbarten Fildorado-Parkplatz ihre Autos abstellen könnten. Das ist aber seit Herbst 2018 untersagt. Das Abstellen sei allenfalls nachts möglich, sagt Fildorado-Geschäftsführer Felix Schneider. „Insbesondere am Wochenende brauchen wir aber jeden Parkplatz“, so der Fildorado-Chef. Selbst wenn die Anwohner für bestimmte Zeiten Berechtigungsscheine bekommen würden, habe man nicht die Zeit für die erforderlichen Kontrollen.