Filderstadt-Bernhausen Esel stehlen Pferden teilweise die Schau

Von Ralf Recklies 

Bei der 98. Auflage des BernhauserPferdemarkts wurden den Besuchern zahlreiche imposante Tiere präsentiert. Neben einer Vielzahl von Pferden waren auch vier Esel aus Notzingen mit dabei.

Dietmar Soulier mit seinen Schwarzwälder Kaltblütern. Foto: Ralf Recklies
Dietmar Soulier mit seinen Schwarzwälder Kaltblütern. Foto: Ralf Recklies

Filderstadt - Helena Kiltz aus Notzingen strahlt. Mit ihren vier Eseln Pedro, Artus, Siri und Lora hat die Mittzwanzigerin am Samstag bei der 98. Auflage des Bernhauser Pferdemarkts erst die Prämierung auf dem Festplatz bereichert, dann die Herzen vieler Zuschauer beim Schaufahren erobert. Beim dem zum zehnten Mal organisierten Kutschen-Korso in der Ortsmitte haben Kiltz und ihre Esel so manchem Pferdegespann ein wenig die Schau gestohlen.

„Och, sind die putzig“, frohlockte Andrea Meister, die aus Tübingen zum Bernhauser Pferdemarkt gekommen war und mit drei ihrer Enkel freudig das bunte Treiben verfolgte. Pferde, so sagt sie, hätten sie schon immer begeistert – „und wenn es in der Gegend irgendwo einen Pferdemarkt gibt, dann gehe ich da auch hin“, sagt die Seniorin. Als nächstes hat sie Herrenberg im Blick. Dort steht am Faschingsdienstag der Pferdemarkt auf dem Programm. Und Enkelin Marlen will ihre Oma begleiten. „Wir haben ja zum Glück Faschingsferien.“

Wohl weniger Zuschauer wegen Faschingsferien

Die Ferien, die am Samstag begonnen haben, haben nach Einschätzung der Organisatoren der Traditionsveranstaltung diesmal dazu geführt, dass etwas weniger Besucher als in den Vorjahren die Prämierung auf dem Festplatz verfolgt haben. Die Zahl der präsentierten Tiere war indes auf dem Niveau der Vorjahre geblieben. 175 Einzelpferde und 83 Gespanne waren zu der Prämierung angemeldet – „und es waren auch fast alle da“, resümierte Constanze Traub, die maßgeblich an der Organisation des Pferdemarktes beteiligt war .

Aus Ölbronn im Enzkreis waren so Dietmar Soulier und Lisa Nonnenmann von gleichnamigen Zuchtgemeinschaft in den Filderstädter Teilort gekommen, um ihre Schwarzwälder Kaltblutpferde zu präsentieren. Und die Züchter der kraftvollen Tiere waren am Ende mit dem Verlauf auch recht zufrieden– „obwohl es diesmal zu keinem ersten Preis gereicht hat “, wie Dietmar Soulier am Ende der Prämierung feststellt. „Für uns sind solche Veranstaltungen immer wichtig, um unsere Pferde zu präsentieren“, sagt der Schwarzwälder-Züchter, der einen Teil seiner Tiere bei der Einzelprämierung vorgeführt hat, der aber auch mit der Präsentation seiner Gespannen die Zuschauer begeisterte. „Unsere Pferde werden viel bei Kutschfahrten eingesetzt, sie werden aber auch alle geritten“, sagt Soulier, der bei Veranstaltungen wie in Bernhausen auch die Begegnung mit anderen Züchtern schätzt.

Ein Bewahrer wertvoller Tradition

Nicht anders geht es Peter Müller aus Alfdorf, dessen Gespanne nicht zuletzt bekannt sind, weil sie unter anderem regelmäßig für die Brauerei Dinkelacker unterwegs sind. „Es erfüllt mich immer mit Stolz, diese Tiere präsentieren zu können“, sagt Müller, dessen herrlich geschmückte Pferde unter anderem Dachsfelle zieren. „Diese hat man früher immer an Überland-Transport-Fuhrgespanne gehängt, um böse Geister abzuwehren“, weiß Müller. Er will mit seinen Tieren und seiner Profession ein Bewahrer von „wertvoller Tradition“ sein.

Für Nicole Richter und ihre Mitstreiter von den Pferdefreunden Filder steht indes der Spaß im Vordergrund. Der Reitverein bietet seit Jahren auch Ponyreiten für die Besucher des Pferdemarktes an. „Morgens nehmen wir ander Prämierung teil, mittags bieten wir die Möglichkeit, einmal selbst zu reiten, um die Besucher für Pferde und das Reiten zu begeistern“, sagt Richter. Im Verein selbst gehe es nicht nur um den Sport, sondern auch darum, die Pferde richtig zu pflegen. „Bei uns müssen alle mithelfen“, so Richter. Sorgen bereitet der Vorsitzenden der Pferdefreunde Filder, dass die Tiere in Kürze ein neues Zuhause brauchen, weil die derzeitgenutzten Stallungen auf einem Bauernhof nur noch für begrenzte zeit zur Verfügung stehen . „Wir suchen daher dringend eine neue Bleibe, wo wir die Tiere artgerecht unterbringen können“, so Richter.