Filderstadt-Bernhausen Keiner kennt Kretschmann

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19 Hauptschüler waren am Montag im Filderstädter Rathaus zu Gast. Es ging um Politik. Während Angela Merkel von den Jugendlichen erkannt wurde, konnten sie mit dem Bild des Ministerpräsidenten nur wenig anfangen.

Nur Bundeskanzlerin Angela Merkel war allen Schülern, die am Montag ins Filderstädter Rathaus kamen, bekannt. Foto: Otto-H. Häusser
Nur Bundeskanzlerin Angela Merkel war allen Schülern, die am Montag ins Filderstädter Rathaus kamen, bekannt. Foto: Otto-H. Häusser

Bernhausen - Das Ergebnis war überraschend. Während alle Schüler die Bundeskanzlerin Angela Merkel kannten, konnten sie mit dem Bild von Ministerpräsident Winfried Kretschmann nur wenig anfangen. „Heißt er nicht Willi mit Vornamen“, fragte einer der Hauptschüler. Mehr fiel ihnen dazu aber nicht ein.

19 Schüler der Gotthard-Müller-Schule waren am Montag auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung ins Rathaus Bernhausen gekommen, um dort etwas über Kommunalpolitik zu erfahren. Dabei durfte natürlich auch ein Gespräch mit Oberbürgermeister Christoph Traub nicht fehlen. Er hatte übrigens, als sein Bild rumgezeigt worden war, bereits einige Treffer erzielt. „Das ist der Bürgermeister“, sagte einer der Schüler. „Nein der Oberbürgermeister“, korrigierte ihn ein anderer. „Der heißt Traub“, wusste eine Schülerin.

Viele Fragen an den OB

Als die Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren schließlich am Mittag nach einer Einführung in die Kommunalpolitik ihrem Oberbürgermeister gegenüber saßen, stellten sie ihm viele Fragen, darunter auch persönliche nach Alter und Wohnort. Vor allem interessierte die Jugendlichen aber der öffentliche Nahverkehr. „Wieso muss man bereits ab 14 Jahren den Erwachsenenpreis bezahlen?“, wollten sie wissen. Unterstützt wurden sie von den Vertretern des Jugendgemeinderats, die zu dritt zu der Veranstaltung gekommen waren. Auf den öffentlichen Nahverkehr habe die Stadt nur wenig Einfluss, antwortete Traub. „Wir überlegen derzeit, ob es ein billigeres Stadtticket geben kann.“

Der Oberbürgermeister wollte im Gegenzug wissen, wer von den Schülern mit dem Bus zur Schule fahre und wer die öffentlichen Verkehrsmittel auch in der Freizeit nutze. Beides bejahten nahezu alle Schüler. Auf die Frage, wer denn mit dem Fahrrad fahre, erntete der OB nur ein eindringliches Stöhnen.

Viele Bäckereien und Eisdielen

Wichtig war den Schülern auch die Einkaufssituation in Filderstadt. „Bäckereien und Eisdielen gibt es Tausende“, sagte einer. Andere Einkaufsmöglichkeiten würden aber fehlen. Insbesondere an Cafés mangele es. „Das Stadtplanungsamt und der Wirtschaftsförderer sind an dem Thema dran“, sagte der OB, der auch darauf verwies, dass derzeit im Rahmen der Ortskernsanierung von Bernhausen versucht werde, neue Geschäfte anzusiedeln. Das Problem sei allerdings immer wieder, dass den Geschäften die Flächen im Innenbereich nicht ausreichten. Auf die Frage, ob es nicht ein weiteres Jugendhaus geben könnte, sagte Traub, dass darüber am Mittwoch, 18. April, um 19 Uhr im Jugendhaus „Z“ bei der Sitzung des Jugendgemeinderats diskutiert werde. Traub forderte die Jugendlichen abschließend auf, beim Jugendforum der Stadt am 4. Oktober teilzunehmen.

Schulen, die Interesse an dem Projekt „Schule trifft Rathaus“ haben, könne sich bei Thomas Franke von der Landeszentrale für politische Bildung unter Telefon 0711/16 40 99 84 melden.




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