Filderstadt „Charlotte“ ist nicht bei allen willkommen

Die Bürger nutzen in der Sielminger Gemeindehalle rege die Chance, Kritik am Kinderhaus zu äußern. Foto: Otto-H. Häusser
Die Bürger nutzen in der Sielminger Gemeindehalle rege die Chance, Kritik am Kinderhaus zu äußern. Foto: Otto-H. Häusser

Bei einer Info-Veranstaltung zum geplanten Kinderhaus in Sielmingen hatten einige Bürger Bedenken. Sie befürchten, dass es wegen der sogenannten Elterntaxis zu Verkehrsproblemen vor ihren Haustüren kommen kann.

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Sielmingen - Der Verkehrsplaner hat den Zuhörern ihre Angst nicht vollkommen nehmen können. Obwohl Steffen Eckert vom Ingenieurbüro Praxl und Partner immer wieder betonte, dass der Verkehr beim geplanten Kinderhaus funktioniere, wollten ihm das einige der circa 60 Zuhörer im Gemeindehaus nicht glauben.

Es sei klar, dass die Eltern, die ihre Sprösslinge mit dem Auto bringen oder abholen, einfach durch die Straße „In Hofwiesen“ fahren würden, wandten einige Bürger ein. Diplom-Ingenieur Eckert war dagegen der Meinung, dass der Charlottenweg und der Weg „Auf der Mauer“ lediglich eine „Sticherschließung“ seien. Hintergrund dieser Debatte ist, dass an beiden Wegen die Parkplätze für das Kinderhaus angelegt werden sollen. Übrigens: es sind inzwischen deutlich mehr als ursprünglich geplant. 16 Plätze sollen es nördlich des Gebäudes sein und 19 im Süden. Von den 16 Plätzen am Charlottenweg könnten zehn von sogenannten Elterntaxis genutzt werden.

Fahrkünste von Frauen bezweifelt

Ein Anwohner hatte jedoch Bedenken, ob die Parkplätze für Mütter, die ihre Kinder mit dem Auto zum Kinderhaus bringen, geeignet sind. Beim Ausparken müsse man nämlich eine große Schleife fahren. „Technisch schafft das eine Frau nicht unbedingt“, sagte der Rentner und erntete ein großes Gelächter der Veranstaltungsbesucher.

Es wurde im Laufe des Abends auch immer wieder bezweifelt, ob das Kinderhaus gebraucht wird, oder ob es an anderer Stelle nicht sinnvoller gebaut werden sollte. Letzteres verneinte Architekt Frank Holzäpfel vom Hochbauamt. Man habe alle möglichen Alternativen untersucht, keine sei jedoch geeignet gewesen.

Jens Theobaldt, der Leiter des Amts für Familie, Schulen und Vereine, betonte mehrmals die Notwendigkeit der neuen Betreuungseinrichtung. „Es stehen 19 Sielminger Krippenkinder auf der Warteliste“, sagte er. Bei den Drei- bis Sechsjährigen rechne man fürs Jahr 2017 mit einem zusätzlichen Bedarf von 55 Plätzen in Sielmingen. Es sei die Linie des Gemeinderats und der Verwaltung, den Bedarf für solche Kindergartenplätze in den einzelnen Stadtteilen zu decken. „Deshalb brauchen wir das Kinderhaus“, sagte er

Zukunft des Nachbargrundstücks offen

Dort sollen 20 Plätze für Kleinkinder und 45 für Drei- bis Sechsjährige eingerichtet werden. Außerdem werden auf der Hälfte des einstöckigen Kinderhauses vier Wohnungen für kinderreiche Familien draufgesetzt. Nach den bisherigen Erklärungen der Verwaltung soll das Nachbargrundstück verkauft werden. Der neue Bebauungsplan sieht dort zwei Doppelhäuser vor. Am Donnerstag sagte Bürgermeister Reinhard Molt zur Verwunderung der Zuhörer, dass der Gemeinderat über den Verkauf der Fläche bisher noch gar nicht entschieden habe.

Der Bebauungsplan für den betroffenen Teil des Festplatzes soll am 19. Januar als Entwurf beschlossen werden. Die Bürger können dann Einsprüche und Anregungen äußern. Der Baubeschluss für das Kinderhaus soll dagegen bereits am 15. Dezember in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres gefasst werden.




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