Filderstadt Dächer sollen zu Stromfabriken werden

Von Götz Schultheiss 

Durch die Kläranlage und den Ökostrombetrieb der Stadtwerke spart Filderstadt viel CO2. Das städtische Klimamanagement hat aber noch weitere Trümpfe gegen den Klimawandel.

Mit Fotovoltaikanlagen lässt sich Strom auf Dächern produzieren Foto: dpa-Zentralbild
Mit Fotovoltaikanlagen lässt sich Strom auf Dächern produzieren Foto: dpa-Zentralbild

Filderstadt - Einen messbaren Erfolg in Sachen Klimaschutz hat am Montagabend im Technischen Ausschuss der Stadtrat Robert Hertler (Freie Wähler) in die Diskussion über das Klimaschutzkonzept der Stadt eingebracht. „Durch die Kläranlage in Bonlanden haben wir mehr als 100 Tonnen Kohlendioxid (CO2) gespart und auch noch das Abwasser gereinigt“, sagte der Stadtrat. Die Stadt solle ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen und solche Erfolge noch besser darstellen.

Dem Lob für die Kläranlage vorausgegangen war ein Bericht des Umweltreferenten Hannes Lauer zum städtischen Klimaschutz. Danach wird auch Filderstadt wie das Land und der Bund seine Klimaschutzziele nicht erreichen.

Rubrik auf der Homepage soll Projekte bekannt machen

Hannes Lauer sieht seine Aufgabe im Anstoßen neuer Projekte und in der Unterstützung bestehender Umweltschutzmaßnahmen, darunter die Förderung des Radverkehrs: „In zehn Jahren soll jeder in Filderstadt über unser Konzept Bescheid wissen.“ Die Basis dafür ist die Rubrik „Filderstadt auf Klimakurs“ auf der städtischen Homepage. Im Herbst wird ein Flyer mit dem Titel „Klimafreundlich leben und Handeln in Filderstadt“ veröffentlicht.

Das Klimaschutzmanagement unter der Dachmarke „Filderstadt auf Klimakurs“ seit 2014 umfasst insgesamt 51 Maßnahmen, 18 davon stehen in den ersten Projektjahren im Brennpunkt. Die Stadt, sagte Lauer, wolle mit gutem Beispiel vorangehen und die Energiekosten und den CO2-Ausstoß in ihren Liegenschaften senken. Weil die Mengen, die es zu sparen gelte, in hohem Maße von der Bedienung der technischen Anlagen und vom Verhalten der Nutzer abhänge, erarbeiteten der Energiemanager des Hochbauamts und der Klimaschutzmanager ein Konzept für Hausmeister und Nutzer öffentlicher Gebäude.

Eine „Erfolgsgeschichte“ sei ein Projekt mit dem Migrantenverein Integra. Dabei sensibilisieren geschulte Mentoren mit Einwanderungshintergrund Einwandererfamilien in der jeweiligen Muttersprache.

Die Stadt kreiert Kampagnenseite für freie Dachflächen

Beim Bau von Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen geht die Stadt in die Offensive. „Dazu wird bald auf unserer Seite im Internet eine Kampagnenseite für freie Dachflächen freigeschaltet“, sagte Hannes Lauer. Mit der Börse wolle man potenzielle Energieerzeuger und Hauseigentümer zusammenbringen, die auf ihrer Dachflächen keine Fotovoltaikanlagen errichten wollten. Mit dem Einstieg der Filderstadtwerke in den Stromvertrieb, bilanzierte Lauer, decke die Stadt ihren Strombedarf durch Energie aus Wasserkraft und spare „in großer Menge“ CO2.

Die Stadträte Walter Bauer (SPD)und Rudolf Lienemann (CDU/FDP-Gemeinschaftsfraktion) lobten das Konzept und begrüßten außerdem Überlegungen, den ÖPNV durch ein vergünstigtes Ticket innerhalb des Stadtgebiets attraktiver zu machen. Armin Stickler (Grüne) begrüßte das Mentoren-Projekt mit Integra und die Dachflächenbörse für Fotovoltaikanlagen.