Filderstadt Dauerärger um Glascontainer: Stadt greift durch
Nach Beschwerden aus der Nachbarschaft hat das Filderstädter Baurechtsamt einen Altglascontainerstandort in Bernhausen aufgelöst. Ersatz gibt es an dieser Stelle nicht.
Nach Beschwerden aus der Nachbarschaft hat das Filderstädter Baurechtsamt einen Altglascontainerstandort in Bernhausen aufgelöst. Ersatz gibt es an dieser Stelle nicht.
Kein Glas auf dem Boden, kein will abgelegter Müll, und auf den Rändern der Altglascontainer türmen sich auch keine abgeschraubten Deckel. Sandra Gmehling ist zufrieden. Am Containerstandort an der Ecke Uhlberg- und Kirchstraße in Plattenhardt kann die Leiterin des Filderstädter Baurechtsamts an diesem sonnigen Mittag wirklich nichts aussetzen. Doch sie weiß, dass es hier und auch anderswo in der Stadt mitunter ganz anders ausschaut. Dieser Tage hat die Stadtverwaltung kurzen Prozess gemacht und einen Containerstandort aufgelöst.
An der Felsenstraße in Bernhausen hatte es anhaltend Probleme gegeben – Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner inklusive. „Immer wieder gibt es an Glascontainern unsachgemäßes Verhalten der Einwerfenden (die Einwurfzeiten werden nicht eingehalten, an den Standorten wird eine Unmenge an Müll abgelagert, die Glascontainer werden kaputt gemacht)“, liest man im Amtsblatt. Deswegen wurde nun durchgegriffen. Die Behälter sind entfernt worden – ersatzlos.
Laut Sandra Gmehling gibt es in jedem Filderstädter Ortsteil fünf bis sechs Altglas-Standorte. „Wir versuchen sie so zu wählen, dass wir eine möglichst gute Abdeckung haben“, erklärt sie. Doch das sei gar nicht so einfach, denn die Anforderungen seien hoch. Potenzielle Abstellflächen müssten auf öffentlichem oder städtischem Grund sein und möglichst weit von der Wohnbebauung entfernt sein. Ebenso wichtig sei, dass die Entsorgungsfirma die Plätze gut anfahren könne. Vieles muss also passen, „und dann gibt es nur noch ganz wenige Standorte“, sagt Sandra Gmehling. Für die Felsenstraße sei keine Alternative gefunden worden. Dass die Container nun weg sind, wird in sozialen Netzwerken kontrovers diskutiert. „Am besten noch weitere Standorte auflösen, die zu Müllablageflächen mutieren“, schreibt eine Frau. „Nur wegen etwas Krach“, moniert eine andere.
Dass es anderswo ähnlich ungesittet zugeht, weiß Sandra Gmehling genau. Immer wieder bekämen sie und ihr Team Fotos oder Videos von genervten Bürgerinnen und Bürgern zugeschickt. „Die Leute fahren mitten in der Nacht mit dem Auto hin, lassen den Motor laufen und werfen ihr Glas ein“, berichtet sie. Dabei sind die Regeln eigentlich klar. Dass der Einwurf von Glas nur werktags zwischen 8 und 20 Uhr erlaubt ist, ist auf großen Stickern zu lesen. Auch andere Verhaltensregeln werden dort erklärt. Trotzdem halten sich viele nicht dran. „Rücksichtsloses Verhalten“, sagt sie.
Das Ganze ist freilich kein Filderstädter Phänomen. Seit Jahr und Tag berichtet unsere Zeitung immer wieder über Ärger mit Glascontainern – in Fellbach, in Göppingen oder in Wernau. Unlängst haben die Freien Wähler im Esslinger Kreistag in einem Antrag daher „die Prüfung und testweise Einführung von Videoschutz an besonders von Vermüllung betroffenen Containerstandorten“ ins Spiel gebracht. Die Kreisverwaltung solle diese Möglichkeit prüfen und in einer Pilotphase gemeinsam mit interessierten Kommunen testen. Die Fraktion beruft sich dabei auf die jüngst vom Landtag beschlossene Änderung des Datenschutzgesetzes. Demnach ist der Einsatz von Videotechnik künftig generell zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben zulässig.
In Filderstadt behalten Sandra Gmehling und ihr Team das Thema weiter im Auge. Meldungen über vermüllte Plätze nehme das Baurechtsamt entgegen, sie würden zeitnah weitergeleitet. Sie versichert: „Wir versuchen, die Standorte weitgehend zu halten.“ Doch wenn es irgendwo dauerhaft Probleme gebe, müsse man über weitere Abbauten nachdenken. „Das kann passieren.“