Filderstadt Die Alternativen greifen nicht

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Die „mündigen Bürger“ aus Harthausen haben acht Alternativen zu geplanten Flüchtlingsheimen präsentiert. Die Stadtverwaltung hält allerdings nur zwei für geeignet. Bei diesen würde die Planung ein bis zwei Jahre dauern

An der Robert-Bosch-Straße schreiten die Arbeiten voran. Am Dienstag wurde dort mit Bitumen die Decke der Tiefgarage abgedichtet. Foto: Otto-H. Häusser
An der Robert-Bosch-Straße schreiten die Arbeiten voran. Am Dienstag wurde dort mit Bitumen die Decke der Tiefgarage abgedichtet. Foto: Otto-H. Häusser

Harthausen - Letztlich blieben von den acht ins Feld geführten Standorten nur zwei übrig. An allen anderen von den sogenannten mündigen Bürgern vorgeschlagenen Flüchtlingsheimen hatte die Verwaltung etwas auszusetzen.

Bei den übrig bleibenden beiden Grundstücken an der Seerosen- und an der Roßbergstraße dauere ein Bauprojekt allerdings ein bis zwei Jahre wegen der naturschutzrechtlichen Prüfung, erklärte Oberbürgermeister Christoph Traub. Man werde diese beiden Projekte weiterverfolgen. „Es kann jedoch sein, dass sich auch dort die Nachbarn dagegen wehren“, spielte Traub auf den Widerstand der „mündigen Bürger“ bezüglich der geplanten Unterkünfte an der Robert-Bosch-Straße und bei der Jahnhalle an.

Es sei den mündigen Bürgern darum gegangen, die beiden Standorte zu verhindern. Die vorgeschlagenen Alternativen seien jedoch nicht geeignet, sagte der OB und ging auf jeden Sandort einzeln ein. Die von der Initiative „Mündige Bürger“ vorgeschlagenen Immobilien im Weiher würden nur zur Verfügung gestellt, wenn das Wohnheim an der Robert-Bosch-Straße nicht gebaut werde. „Das können wir aber nicht bestimmen“, sagte der OB. Der zuständige Landkreis halte an dem Projekt fest. In diesem Zusammenhang sagte Traub, dass dort maximal sechs Jahre lang ein Wohnheim existiere. „Es ist nicht beabsichtigt und auch nicht erlaubt, dort danach Sozialwohnungen einzurichten“, versicherte er.

Für Parkplätze müsste Ersatz gesucht werden

Der Standort im Feuerhaupt sei dagegen für sozialen Wohnungsbau vorgesehen und scheide deshalb für eine Flüchtlingsunterkunft aus. Drei andere Standorte, die bisher Parkplätze sind, seien als solche nicht einfach auflösbar. da sonst Ersatz gesucht werden müsse. In einem Fall beim Sportplatz fehle außerdem die Erschließung durch Strom und Wasser.

Letztlich konnte auch die ergreifende Ansprache einer Rentnerin aus Harthausen die Verwaltung, den Oberbürgermeister oder gar die Stadträte, die sich jeglichen Kommentars enthielten, nicht überzeugen. Die Frau hatte bedauert, dass auf dem Sportplatz bei der Jahnhalle ein Wohnheim für 150 Flüchtlinge errichtet werden soll. Dadurch falle für die Jahnschüler in den Pausen ein Spielplatz weg. „Dort können die Kinder ihrem Bewegungsdrang nachkommen und Aggressionen abbauen“, sagte sie. Nun werde die Schule zwischen Wohnhäusern eingepfercht. „Das enttäuscht mich und macht mich sehr traurig“, sagte die Frau und erhielt viel Applaus von Harthäuser Bürgern.