Rebecca Mebus ist die neue Abteilungsleiterin Kultur in der Filharmonie in Filderstadt. Was sind ihre Pläne?

Eine Übersicht mit Fotos aller Mitglieder des Filderstädter Gemeinderats, eine Liste der städtischen Ämter und der zuständigen Personen – und der Flyer zum aktuellen Kulturprogramm: Alles, was Rebecca Mebus zum Arbeiten braucht, hängt vor ihrem Schreibtisch an der Wand. Sie ist die Neue in der Filharmonie. Als Abteilungsleiterin Kultur wird sie künftig das städtische Kulturprogramm gestalten.

 

Seit Mitte Februar hat die Stuttgarterin den Job. Rebecca Mebus ist erst 31 Jahre alt, bringt aber Erfahrung mit. Der Saarländische Chorverband, die Burgfestspiele Bad Vilbel, das Hessische Staatstheater Wiesbaden und die Frankfurter Oper stehen auf ihrer Vita, zuletzt war sie an der Bachakademie Stuttgart als Projektleiterin fürs Bachfest zuständig gewesen. Nun hat es sie nach Bernhausen verschlagen. „Hier gibt es ein breites Spektrum, das begeistert mich total“, sagt sie. Bislang seien klassische Musik und Theater ihre Steckenpferde gewesen, das Programm der Filharmonie aber sei deutlich vielseitiger mit Musicals, Shows, Lesungen, Kabarett, Tanz und mehr.

Filderstädter Filharmonie: Warum wurde Alexander Frey freigestellt?

Die studierte Kulturwissenschaftlerin hat die Nachfolge von Alexander Frey angetreten. Sieben Jahre lang hatte er das Kulturprogramm der Stadt gestaltet. Im Oktober 2025 war dann bekannt geworden, dass er von seinen Aufgaben entbunden und freigestellt ist. Mittlerweile wurde ein Auflösungsvertrag unterschrieben. Zu den Gründen gibt es keine offizielle Stellungnahme. Auf Anfrage teilt Alexander Frey lediglich mit, „dass es eine nicht zu vereinbarende Auffassung darüber gibt, was es für eine gelingende Projektleitung braucht und was die Notwendigkeiten für gute Kulturarbeit sind“. Fakt ist: Alexander Frey hatte die Filharmonie zahlenmäßig nach vorn gebracht. In der Spielzeit 2024/25 kamen rund 11.500 Gäste, ein Jahr zuvor waren es noch 9500 gewesen.

„Es läuft gut“, sagt auch Rebecca Mebus anerkennend. Es gebe viele Formate, die beliebt seien. Die werde es auch weiterhin geben, verspricht sie. Das Kulturprogramm für 2026/27 sei bereits so gut wie fertig. Sie selbst sei daran aber ebenso wenig beteiligt gewesen wie ihr Vorgänger. „Es ist ein Programm das Hauses“, erklärt sie, die Mitarbeitenden hätten viele Ideen eingebracht. Für ihren Einstieg sei das ideal, denn so könne sie beobachten, was wie gut funktioniere. Zur weiteren Analyse seien zudem Gästeumfragen geplant, etwa zum Programm an sich, zu den Startzeiten von Veranstaltungen, zu Wünschen für Künftiges. „Meine Saison ist dann die 2027/28“, sagt sie.

Was Rebecca Mebus selbst sich wünscht: „Den Leuten den Weg erleichtern, die noch nie den Weg in die Filharmonie gefunden haben oder zu selten.“ Sie ist eine, die offensichtlich für ihr Metier brennt. „Mein Leben besteht aus Kultur.“ Privat singt sie, tanzt Ballett, ihr Mann ist Jazzmusiker. Diese Begeisterung will sie weitergeben. Für die Filharmonie schwebt ihr mehr Kulturvermittlung vor, sowohl im Kinder- als auch im Erwachsenenbereich.

Konkrete Formate oder Ensembles nennt sie noch nicht, doch Interaktives könne sie sich ebenso vorstellen wie Kooperationen mit der Volkshochschule, der Musikschule Film oder mit Vereinen sowie Projekte, bei denen es die Kultur nach draußen zu den Menschen zieht. Geplant sei auch, all jene aus der Bürgerschaft, die sich zum Stadtjubiläum beim Stück „BeHaSiBoPl“ eingebracht hatten, wieder an einen Tisch zu holen, um dieses Potenzial weiter zu nutzen. „Dass es eine Fortsetzung geben wird, ist klar, die Frage ist nur, wie.“ Rebecca Mebus betont: „Ich finde, die Filharmonie soll ein Haus der Bürger sein.“