Filderstadt Neuer Schulcampus verschlingt mehr Geld

So soll die Agora aussehen, die neue Mitte des Schulareals Foto: Behnisch Architekten
So soll die Agora aussehen, die neue Mitte des Schulareals Foto: Behnisch Architekten

Das Bauprojekt auf dem Areal bei der Musikschule Filum in Bernhausen wird deutlich teurer als gedacht. Es soll nun 33 Millionen Euro kosten. Ein Teil davon ist auf die neue Gemeinschaftsschule zurückzuführen.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Bernhausen - Die Kostensteigerung ist deutlich. Der Schulcampus samt neuer Gemeinschaftsschule in Bernhausen kostet fünf Millionen Euro mehr als zunächst gedacht. Das Projekt umfasst nicht nur den Bau einer Gemeinschaftsschule und einer Grundschule. Dazu gehören auch die Erweiterung der Fleinsbachrealschule zur Ganztagsschule und die Sanierung der Gotthard-Müller-Halle. Der Gemeinderat fasste am Montag bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen den Baubeschluss.

Oberbürgermeister Christoph Traub führte zunächst in das Thema ein. Er sagte, es habe Kostenreduzierungen, aber auch -steigerungen gegeben. Zahlen dazu nannte er nicht. Es gab auch nicht den sonst üblichen Sachvortrag von Schulbürgermeister Andreas Koch oder Hochbauamtsleiter Klaus Heim.

Es gibt auch Einsparungen

Wie später auf Nachfrage unserer Zeitung zu erfahren war, konnten 1,8 Millionen Euro eingespart werden. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass Flure und Treppenhäuser in der Gemeinschaftsschule kleiner dimensioniert würden, sagt Klaus Heim. Ein Teil der Kostensteigerung in Höhe von 1,4 Millionen Euro sei durch eine aufwändigere Entwässerung und Erschließung bedingt. So müssten beispielsweise großräumige Retentionsbehälter für das Oberflächenwasser gebaut werden. Zu den steigenden Kosten trägt auch die Sanierung der Fleinsbachrealschule bei. Dort müssen für rund 600 000 Euro die Stromkabel erneuert werden.

Der Stadtrat Dennis Birnstock (FDP) machte deutlich, dass er und sein FDP-Kollege Helmut Schumacher wegen der Kosten nicht zustimmen würden. Oliver Alber (CDU) kritisierte ebenfalls die Kostensteigerung. Man sei mit 24 Millionen Euro gestartet. Inzwischen liege man bei 33 Millionen Euro. „Wir wollen keine Schule um jeden Preis“, sagte er. Dem hielt Oberbürgermeister Traub entgegen, dass die erste belastbare Kostenschätzung von 27,9 und nicht von 24 Millionen Euro ausgegangen sei.

Stadtrat Alber räumte ein, dass der geplante Bau Filderstadt „nachhaltig“ prägen werde. Auch die Sprecher anderer Fraktionen lobten das Projekt. „Das ist ein guter Tag für die Schüler und den Schulstandort“, sagte Stefan Hermann (FW). Rolf Steck (SPD) sprach von einer „herausragenden Planung“. Catherine Kalarrytou (Grüne) sagte: „Wir stehen nach wie vor zu dem Projekt“. Sie kritisierte jedoch, dass es nicht auf allen Etagen behindertengerechte Toiletten geben soll. Dazu erklärte OB Traub, dass man zunächst nur zwei Behinderten-Toiletten bauen werde. Die dritte werde erst dann ausgestattet, wenn klar sei, welche Behinderungen die Schüler haben werden, sagte der OB.

Weitere Kostensteigerung drohte

Am Rande der Sitzung wurde bekannt, dass es beinahe zu weiteren Kostensteigerungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro gekommen wäre. Hintergrund ist, dass durch das Schulareal der verdolte Schwendenbach verläuft. Die Untere Naturschutzbehörde hatte zur Auflage gemacht, dass der Bach verlegt und geöffnet werden müsste, falls die neue Schule über den Bach gebaut würde.

Ursprünglich sah es danach aus, als ob dieser Fall verhindert werden könnte. Als jedoch die Naturschutzbehörde darauf gedrängt haben soll, dass der Bach freigelegt wird, habe Bürgermeister Reinhard Molt dem nachgeben wollen. Mehrere Stadträte berichten, dass der OB darüber sehr verärgert gewesen sei. Schließlich habe er in einem Gespräch mit der Behörde erreicht, dass der Bach verdolt bleibt. Um die Sache den Stadträten zu erklären, sei das Stadtoberhaupt sogar in die Fraktionssitzungen gekommen. Ob Christoph Traub deswegen weiter verschnupft ist, bleibt offen. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte er dazu nichts, sondern erklärte, dass es „schwierige Vorberatungen“ gegeben habe. „Ich bin jetzt froh, dass das Projekt auf den Weg gebracht wurde“, fügte er hinzu.




Unsere Empfehlung für Sie