Filderstadt Wie Zisternen Geld und Wasser sparen

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Starkregen belastet immer wieder die Kanalisation. Sollen deshalb diejenigen, die Puffer schaffen und dadurch gleichzeitig Trinkwasser sparen, belohnt werden? Das wird verschieden gehandhabt.

Das Wasser aus der Zisterne kann natürlich auch zum Gießen des Gartens verwendet werden. Foto: dpa/Sebastian Willnow
Das Wasser aus der Zisterne kann natürlich auch zum Gießen des Gartens verwendet werden. Foto: dpa/Sebastian Willnow

Filderstadt - Wasser ist kostbar. Durch den Klimawandel kommt es verstärkt zu langen Trockenperioden und Starkregen. Das Problem dabei ist die ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge über das Jahr. In dieser Situation sehen manche Zeitgenossen die Bedeutung von Zisternen wachsen. Mit diesen geschlossenen Becken kann auf der einen Seite Wasser für die Beregnung von Pflanzen gesammelt werden. Auf der anderen Seite drosseln sie im Fall von Starkregen die Wassermassen, die in die Kanalisation und Bäche fließen.

„Zisternen-Besitzer tun was für die Umwelt“

In Filderstadt kämpft Stadtrat Richard Briem (FW) schon seit Jahren dafür, dass Bürger, die sich eine Zisterne gebaut haben, finanziell unterstützt werden. „Die tun schließlich was für die Umwelt“, sagt er. Weil die Zisternen-Besitzer die Kläranlage entlasten, fordert Briem von der Stadt einen Bonus von 60 bis 80 Euro pro Zisterne und Jahr. „Jede Zisterne ist ein kleines Regenrückhaltebecken“, sagt der Stadtrat.

Dem kann Tiefbauamtsleiter Norbert Branz beipflichten. Seiner Meinung nach ist jedoch entscheidend, ob solch ein Becken einen Überlauf zur Kanalisation hat oder nicht. „Wer keinen solchen Überlauf hat, bekommt für die Zisterne einen finanziellen Ausgleich“, sagt er. Bei der gesplitteten Abwassergebühr werde dann das Hausdach des Eigentümers nicht als versiegelte Fläche gewertet.

Bei Bürgern, die einen Überlauf zur Kanalisation haben, wisse man nicht, wie viel Wasser sie dorthin leiten. Das hänge davon ab, wie voll das Becken ist, wenn der Starkregen kommt. Branz rät den Zisternen-Besitzern, das überlaufende Wasser im Garten versickern zu lassen. „Das funktioniert“, sagt er, „ich selbst leite mein Wasser in einen Teich“.

Wer Geld sparen wolle, könne das Wasser im Übrigen zum Gießen oder als Brauchwasser verwenden. „30 bis 40 Prozent unseres Trinkwassers werden als Brauchwasser verwendet“, sagt er. Wer sein eigenes Wasser für die Toilettenspülung nutze, spare deshalb ordentlich Geld.

Es gebe also durchaus auch für die Besitzer von Zisternen mit einem Überlauf in die Kanalisation Einsparmöglichkeiten. Einen zusätzlichen Bonus sehe die Satzung nicht vor. Ändern könne das nur der Gemeinderat. Dort hat Richard Briem für sein Anliegen jedoch noch keine Mehrheit gefunden. „Ich bleibe da dran“, sagt er. „Irgendwann wird das gelingen.“

In Leinfelden-Echterdingen gibt es einen Bonus

Briem verweist auf Leinfelden-Echterdingen, wo Zisternen-Besitzer auch dann belohnt werden, wenn der Überlauf in die Kanalisation führt. Dann gibt es dort bei der Berechnung der gesplitteten Abwassergebühr Vergünstigungen. Wer seine Zisterne zur Gartenbewässerung nutzt, bekommt in L.-E. für jeden Kubikmeter seines Regenrückhaltebeckens zehn Quadratmeter weniger versiegelte Fläche angerechnet. Im Falle einer Brauchwasserentnahme einschließlich Gartenbewässerung reduziert sich die anzurechnende versiegelte Fläche um 15 Quadratmeter je Kubikmeter Nutzvolumen.




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