Filderstadt Wildblumen-Idee im Keim erstickt

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Obwohl Filderstadt einen weiteren Geldsegen erwartet, will die Mehrheit des Technischen Ausschusses keine 10 000 Euro für zusätzliche Wildblumen ausgeben. Stattdessen steht eine andere Idee im Raum.

Auf öffentlichen Flächen werden in Filderstadt keine zusätzlichen Wildblumen wachsen. Foto: dpa
Auf öffentlichen Flächen werden in Filderstadt keine zusätzlichen Wildblumen wachsen. Foto: dpa

Filderstadt - Obwohl bei der Sitzung des Technischen Ausschusses das Füllhorn über die Stadträte ausgeschüttet wurde, lehnten sie kurz danach eine Investition, die lediglich ein Fünftel Prozent des Geldsegens ausmachen würde, ab.

Stadtkämmerer Georg Braunmüller hatte berichtet, dass sich der Trend der Einnahmen-Zunahme fortsetze. Im Vergleich zur Situation im Oktober rechne man nun mit zusätzlichen Einnahmen – vor allem bei der Einkommenssteuer – in Höhe von fünf Millionen Euro. Davon würden 2,6 Millionen Euro auf das Jahr 2018 und rund 2,4 Millionen Euro auf das Jahr 2019 entfallen.

Beantragte 10 000 Euro würden nur ein Jahr reichen

Trotz dieser positiven Nachricht sah die Mehrheit der Stadträte keinen Anlass, zusätzliches Geld für eine Verschönerung der Stadt auszugeben. Die Fraktion der Grünen wollte, dass mehr Wildblumen in städtischen Anlagen blühen. Sie betitelten ihren Antrag mit dem Slogan „Vom öffentlichen Grün zum öffentlichen Bunt“.

„Das erfreut die Augen und ist schöner als grün“, sagte die SPD-Stadträtin Edeltraud Herrmann und schob gleich hinterher, dass sie damit nichts gegen die grüne Partei sagen wolle. Herrmann befürchtete aber, dass die beantragten 10 000 Euro nicht mal für ein Jahr reichen dürften.

Für die Antragsteller unterstrich Armin Stickler (Grüne), dass die im Haushalt eingestellten Mittel zu gering seien und es deshalb einer Erhöhung bedürfe. Tiefbauamtsleiter Norbert Branz erklärte, dass an den Ortsausgängen bereits Wildblumen eingesät würden. Es sei aber schwer, auf den nährstoffreichen Böden Kräuter und Wildblumen großzuziehen. Hinzukomme, dass die Konkurrenz mit bereits vorhandenen Pflanzen zu groß sei. „Man kann die Samen nicht einfach so hinschmeißen“, sagte Branz. Man müsse vielmehr die bestehende Grasnarbe vorher entfernen. Dann erst könne man die Wildblumenmischung aussäen. Im nächsten Jahr beginne das ganze Spiel von vorn, weil die anderen Pflanzen wieder Überhand genommen hätten. Angesichts der kleinen Flächen, die für solche Aussaaten in der Stadt infrage kämen, sei der Arbeitsaufwand außerdem sehr hoch. Man könne dort meistens nicht mit Maschinen arbeiten.

Vorschlag: Samen kostenlos austeilen

Stadtrat Stefan Hermann (FW) schlug als Alternative vor, den Bürgern entsprechende Samen kostenlos auszuteilen, um so ein bunteres Filderstadt zu bewirken. Der Landkreis habe eine solche Aktion bereits einmal gemacht. Damals seien die Samen-Päckchen allerdings zum falschen Zeitpunkt verteilt worden – nämlich im Herbst als die Vegetationszeit bereits ihrem Ende zuging.

Der Landkreis werde Wildblumensamen zur Verfügung stellen, sagte Tiefbauamtsleiter Branz. Es sei jedoch noch nicht klar, ob auch Samentütchen für die Bürger dabei seien. Der Technische Ausschuss sprach sich schließlich mit sieben zu vier Stimmen bei einer Enthaltung gegen den Grünen-Antrag aus.




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