Filderstadt Wohnungen geplant in altem Notariat

Das ehemalige Notariat an der Georgstraße in Bonlanden steht seit einigen Jahren leer. Der geplante Umbau würde mehr als 890 000 Euro kosten. Foto: Caroline Holowiecki
Das ehemalige Notariat an der Georgstraße in Bonlanden steht seit einigen Jahren leer. Der geplante Umbau würde mehr als 890 000 Euro kosten. Foto: Caroline Holowiecki

Die Stadt Filderstadt will ein historisches Gebäude alsbald umbauen. Vier Wohnungen sollen entstehen. Sie eignen sich allerdings nicht für jeden.

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Filderstadt - Die Stadtverwaltung Filderstadt möchte das ehemalige Notariat in Bonlanden zu einem Wohnhaus umbauen. Vier unterschiedlich große Wohnungen – vom kleinen Ein-Zimmer- bis zum familientauglichen Fünf-Zimmer-Appartement – sollen auf den drei Ebenen entstehen, zusammengenommen knapp 245 Quadratmeter Wohnfläche. Mehr als 890 000 Euro soll der Umbau kosten. Allerdings: Laut der Verwaltung ist das Projekt förderfähig. Demnach winkt ein Zuschuss in Höhe von etwa 300 000 Euro. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hat dem Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung einhellig zugestimmt. Das Gesamtgremium wird sich Mitte November abschließend damit befassen.

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Ablehnung ist dort nicht zu erwarten, denn Wohnraum wird in Filderstadt dringend benötigt. „Das Projekt hat eine gewisse Dringlichkeit“, sagte die Hochbauamtsleiterin Petra Schumacher in der Sitzung. Warum das Ganze so teuer wird, zeigt sich an der Substanz der Immobilie. Das ehemalige Schulgebäude stammt vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Das Fachwerkhaus an der Georgstraße ist bereits mehrfach renoviert und umgebaut worden, bis es schließlich ab 1996 als Notariat genutzt wurde. Seit einigen Jahren steht es nun leer.

Gebäude hat außen keine Risse

Bevor dort allerdings Leute einziehen können, muss das Gebäude innen bis auf den Rohbauzustand zurückgebaut werden. Wände müssen versetzt werden, die Haustechnik gehört vollständig erneuert. Auch am Brandschutz muss etwas gemacht werden. „Durch die mehrfachen Umbauarbeiten ist die bestehende Gebäudeentwässerung nicht klar nachvollziehbar“, heißt es in der Vorlage.

Hinzu kommt auch noch: Die westliche Giebelwand hat sich um bis zu zehn Zentimeter gesenkt. Rudolf Schöneberger (Grüne) bereitete das Kopfzerbrechen. Petra Schumacher betonte aber, dass das Gebäude außen keine Risse aufweise. „Bei alten Gebäuden kommt das vor“, stellte sie klar.

Der Umbau soll zügig losgehen

Sofern der Gemeinderat im November zustimmt, soll der Umbau recht zügig losgehen. Der Baubeginn ist schon für Mitte des kommenden Jahres geplant. Die Bauzeit wird laut der Stadtverwaltung bei optimalen Bedingungen etwa sechs Monate betragen, so dass idealerweise Ende 2022 oder Anfang 2023 die ersten Leute einziehen könnten. Allerdings: Für jeden potenziellen Mieter wird das Wohnhaus nicht geeignet sein, denn barrierefrei wird das Gebäude auch nach dem Umbau nicht sein. Petra Schumacher betonte: „Ein Aufzug würde die Kosten im Verhältnis sehr stark ansteigen lassen.“




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