Filderstädter Schüler beim Deutschen Bürgerpreis AG Asyl ganz cool auf der ZDF-Bühne

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Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums aus Sielmingen stehen in Berlin beim Deutschen Bürgerpreis als einzige Vertreter aus Baden-Württemberg im Rampenlicht.

Ein Selfie mit dem Sparkassenpräsidenten Georg Fahrenschon und dem Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel (vorne v.l.): Die Arbeitsgruppe Asyl aus Sielmingen ist beim Deutschen Bürgerpreis am Mittwoch in Berlin ausgezeichnet worden. Foto: Norbert J. Leven
Ein Selfie mit dem Sparkassenpräsidenten Georg Fahrenschon und dem Bund estagsabgeordneten Matthias Gastel (vorne v.l.): Die Arbeitsgruppe Asyl aus Sielmingen ist beim Deutschen Bürgerpreis am Mittwoch in Berlin ausgezeichnet worden. Foto: Norbert J. Leven

Filderstadt/Berlin - Es war für eine Handvoll Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) ein langer Tag voller Eindrücke, die erst noch verarbeitet werden müssen: morgens in aller Herrgottsfrühe der Flug nach Berlin, dann volles Programm mit Stadtrundfahrt und einem Besuch im Bundestag. Dort nimmt sich Matthias Gastel, Grünen-Abgeordneter aus Filderstadt, etwa drei Stunden Zeit, um seine „Patenkinder“ auch hinter die Kulissen des Politikbetriebs zu führen. Und, schließlich, der Höhepunkt und eigentliche Anlass der Kurzvisite an der Spree: die Schülergruppe, die gemeinsam mit Rektor Peter Bizer und Lehrerin Beate Brielmaier die Arbeitsgruppe (AG) Asyl repräsentiert, nimmt im ZDF-Hauptstadtstudio an der Gala zur Verleihung des Deutschen Bürgerpreises teil.

Die jungen Menschen haben bereits eine erste Erfahrung mit Preisübergaben. Vor Monatsfrist sind sie bei der Abschlussveranstaltung des Ehrenamtswettbewerbs, den die Filder-Zeitung und die Stiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen gemeinsam ausloben, mit einem zweiten Preis geehrt worden. Nun stehen Felicitas Doll, Sophie Planer und Konstantin Edelmann erneut im Rampenlicht. Kameras sind auf sie gerichtet, ZDF-Moderator Mitri Sirin fragt, was es mit der Arbeitsgruppe Asyl auf sich hat. Und Konstantin Edelmann erzählt, ganz cool im Stil eines Medienprofis davon, wie man in Sielmingen Flüchtlinge, die in einem Heim nahe ihrer Schule leben, mit einem Begrüßungskorb voller Geschenke und Nahrungsmitteln willkommen heißt und sie auch bei ersten Schritten in dem ihnen fremden Land Deutschland unterstützt.

Schüler vertreten Baden-Württemberg in Berlin

Die in Stuttgart geborene Schauspielerin Demet Gül hält die Laudatio auf die Preisträger in der Kategorie U 21. Für die Gruppe aus Sielmingen – die einzigen Nominierten aus Baden-Württemberg bei dieser Veranstaltung und erst die dritte Gruppe aus dem Landkreis, die es in die Endrunde geschafft hat – reicht es am Ende nicht ganz auf die höchste Stufe des Siegertreppchens. Die Jury zeichnet das Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium mit dem zweiten Preis aus.

Von Enttäuschung sind die Filderstädter allerdings meilenweit entfernt. Schon die von der KSK-Stiftung finanziell geförderte Teilnahme an der Abschlussveranstaltung verbuchen sie für sich als Riesenerfolg. „Es ist eine große Motivation, wenn eine Initiative wie die unsere auf diese Weise wahrgenommen und gewürdigt wird“, stuft Schulleiter Peter Bizer, der wie auch die Lehrerin Beate Brielmaier in ein DBG-T-Shirt geschlüpft ist, den Preis ein. „Ich glaube, wir haben da schon etwa hinbekommen“, sagt er und freut sich darüber, dass gerade an seiner Schule, die den Namen Dietrich Bonhoeffers, eines Widerstandskämpfers gegen den Nationalsozialismus trägt, „nicht nur über Werte geredet wird.“

Geldprämie wird investiert

Verbunden ist dieser zweite Preis auf Bundesebene, für den sich eine Jury durch mehr als 2600 Bewerbungen gekämpft hat, mit einem Glaspokal, einer Urkunde – und einer Geldprämie in Höhe von 2500 Euro. Die Schüler haben bereits eine Idee, wofür dieses Geld eingesetzt werden soll. „Wir wollen dazu beitragen, dass mithilfe eines Asylbewerbers, der Architekt ist, ein Gemeinschaftsraum im Asylbewerberheim renoviert werden kann“, sagt Felicitas Doll, bevor die Aftershow-Party beginnt.

Nach einer kurzen Nacht geht’s am Donnerstag zurück – und nachmittags in den Unterricht, oder, wie für Konstantin Edelmann, in eine Klausurarbeit.




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