Filderstädter Stadtbild Ein Katalog zum Aufhübschen

Eine Idee unter vielen: Auf dem Plattenhardter Rathausplatz soll es künftig mobile Sitzgelegenheiten geben. Foto: Caroline Holowiecki

Kritik am Stadtbild von Filderstadt gibt es immer wieder, nun aber soll es aufgewertet werden. Es geht vor allem um mobile Installationen. Was entstehen könnte, wurde nun vorgestellt.

Plattenhardt soll attraktiver werden, das ist schon lange beschlossen. Ein Stadtteilkonzept ist erstellt worden, auch mit Beteiligung der Bürgerschaft, und auf einer langen Liste von Maßnahmen stehen auch kleinere Dinge wie mobile Sitzgelegenheiten auf dem Rathausplatz, Pop-up-Installationen, ein Treffpunkt für Jugendliche oder ein sogenanntes Landschaftsfenster mit Sitzbank im Reutenwiesental. Übergeordnete Idee: mehr Aufenthaltsqualität und mehr Identifikation. Das soll vor allem durch die Rückeroberung des Stadtraums für die Bürgerschaft klappen.

 

Die Erkenntnisse sollen auf die Gesamtstadt übertragbar sein. In Bonlanden etwa wird der Wunsch nach Verbesserung durch örtliche Händler beflügelt. Im Amt für Stadtplanung und Stadtentwicklung wurde nun ein standardisierter Katalog zur Stadtbildverbesserung erstellt. Er enthält Dutzende Ideen, zumeist auch mit Angabe möglicher Kosten. Im Zentrum stehen temporäre und mobile Maßnahmen im öffentlichen Raum, also Dinge, die zeitlich befristet und örtlich veränderbar aufgebaut werden können.

Gemeinsam mit einem Fachbüro wurden vier Themenfelder erarbeitet: Stadtgrün, Sitzen und Verweilen, Spielen und Bewegen sowie Sonderelemente – Wasser-, Kultur-, Gastronomie- oder Lichtinstallationen. Gemeint sind Blumenkübel, Liegelandschaften, Bouleplätze, Kletterelemente oder Stadtstrände: Hauptsache kreativ. Anderswo feiert man mit so etwas längst Erfolge. In Stuttgart etwa gehören mobile Bäume oder die sogenannten Parklets zum urbanen Stadtbild. „Es gibt zunehmend die Tendenz, mit Pop-ups zu gestalten“, sagte in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses Timo Buff von der Bürogemeinschaft Sippel Buff, der schon die Erstellung des Stadtteilkonzepts Plattenhardt begleitet hatte. Mobile Elemente erlaubten, sich auszuprobieren und einen Diskurs anzustoßen, außerdem seien sie flott umsetzbar. „Wir wollen Ihnen Lust machen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, erklärte er in Richtung Gemeinderat.

Die Kirche im Dorf lassen

Manchem Mitglied war das allerdings zu schwammig. „Die Dinge kann man aus jedem Katalog für Stadtplanung rausnehmen“, sagte Walter Bauer (SPD), er wünsche sich konkrete Beispiele. Auch aus den Reihen der Freien Wähler setzte es Kritik. Man müsse loslegen, bis zum Stadtjubiläum im nächsten Jahr laufe die Zeit davon, befürchtete etwa Matthias Weinmann.

Andere Ausschussmitglieder waren weniger streng. „Das ist ein erster Aufschlag, man sollte die Kirche im Dorf lassen“, sagte beispielsweise Dieter Weinmann (CDU). Ein Antrag der SPD, wonach eine Liste mit konkreten Beispielen für jeden Stadtteil erarbeitet werden soll, fand keine Mehrheit.

Grundsätzlich aber wird das Thema Aufwertung der Stadtteile im Gremium positiv gesehen. Catherine Kalarrytou (Grüne) verband damit die Hoffnung, dass so mehr Leute bereit sei könnten, die Stadt zu Fuß zu erkunden und das Auto stehen zu lassen. Wichtig ist laut Timo Buff jedoch, zentrale Akteure frühzeitig einzubinden – und womöglich auch Widerspruch einzuplanen. Falk-Udo Beck, der Erste Bürgermeister, stellte in Aussicht, dass man jetzt einfach mal loslegen werde, indem man erste Elemente bestelle und mit potenziell Betroffenen das Gespräch suche.

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