Fildertunnel für Stuttgart 21 Bahn und Hahn sind uneins

Von dud 

Die Bahn hofft weiter auf ein Betonwerk in der Nähe des Südportals des geplanten Fildertunnels und will das Bauunternehmen Porr auf der Suche nach einem Standort weiter unterstützen. Die Bahn stellt sich damit gegen Stuttgarts Baubürgermeister Matthias Hahn.

Die Tunnelbohrmaschine für den Fildertunnel ist fertiggestellt. Wo die Betonfertigteile für die Röhre entstehen, ist aber weiter umstritten. Foto: Christoph Breithaupt 19 Bilder
Die Tunnelbohrmaschine für den Fildertunnel ist fertiggestellt. Wo die Betonfertigteile für die Röhre entstehen, ist aber weiter umstritten. Foto: Christoph Breithaupt

Stuttgart - Das S-21-Kommunikationsbüro bedauert, dass die Stadt ein Betonwerk in der Nähe des Fildertunnels nicht genehmigen wird. Dies hatte der Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) gegenüber der StZ erklärt. In dem Betonwerk werden sogenannte Tübbinge gegossen, die die Röhren des Fildertunnels zwischen Fasanenhof und Innenstadt auskleiden. Hahn lehnt die Standorte ab, weil sie in einem Landschaftsschutzgebiet oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen. Um das Werk dort zu genehmigen, hätte dies im Planfeststellungsbeschluss behandelt werden müssen, argumentiert Hahn. „Wir wollen und können das Betonwerk dort nicht genehmigen“, sagte Hahn. Die Anlage gehöre in ein Gewerbegebiet.

Der Einschätzung Hahns widerspricht der S-21-Projektsprecher Wolfgang Dietrich, der sich auf eine Aussage des Eisenbahnbundesamts gegenüber der StZ bezieht. Die Genehmigungsbehörde hatte im März erklärt, dass ein zusätzliches Betonwerk zu Recht nicht Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens gewesen sei, weil die Tübbinge grundsätzlich überall hergestellt werden könnten. Allerdings, so heißt es aus dem Rathaus, könne dies nicht bedeuten, dass eine solche Anlage in geschützten Gebieten angesiedelt werde. Dafür müsse es ein planungsrechtliches Verfahren geben. Die Bahn werde das Bauunternehmen Porr weiter unterstützen, „eine sachgerecht und kostengünstige Lösung für eine dem Tunnel nahegelegene Produktionsstätte“ zu finden, sagte Dietrich.