Fildertunnel für Stuttgart 21 Der Bauablauf

Von (Text) und Manfred Zapletal (Grafik) 

Schritt 1 Die Tunnelbohrmaschine (TBM) ist in den vergangenen Wochen in einer Baugrube auf den Fildern am Rand des Gewerbegebiets Fasanenhof-Ost zusammengebaut worden. Gleichzeitig machten sich Mineure daran, die ersten 150 Meter der Tunnelröhre Richtung Stadt in konventioneller Bauweise herzustellen. Das bedeutet: Ein Bagger hat den Tunnelquerschnitt ausgehoben, der dann mit Spritzbeton gesichert wurde. Auf diese Weise haben sich die Arbeiter vom Portal an schon 150 Meter weit vorgearbeitet. Dorthin wird die TBM geschoben und nimmt ihre Arbeit auf. Sie fräst sich gut 4000 Meter Richtung Stuttgart, bis sie auf eine geologische Übergangszone trifft. Dort macht sie Halt und wird wieder auf die Filder gezogen.

Schritt 2 Die TBM setzt nun an der linken Röhre an, die später das Gleis in Fahrtrichtung Ulm aufnimmt. Während sich das Gerät in Richtung Kessel bohrt, entstehen in der gut 1100 Meter langen geologischen Übergangszone die beiden Tunnelröhren in herkömmlicher Bauweise. Erreicht die Maschine diesen Abschnitt, stellt sie vorübergehend den Betrieb ein und wird durch die fertiggestellte Röhre hindurch transportiert. Insgesamt bewegt sich die Maschine gut anderthalb Kilometer unter Tage ohne dabei Gestein auszubrechen.

Schritt 3 Nördlich der Übergangszone bohrt die Maschine an der linken Tunnelröhre weiter. Vor ihr liegen noch mehr als 3600 Meter Strecke, ehe sie in der Nähe des künftigen Durchgangsbahnhofs die Stuttgarter Innenstadt erreicht. Dort wird das Gerät gewendet. Kein leichtes Unterfangen bei einer 120-Meter-Maschine – noch dazu unter Tage. Die beauftragte Arbeitsgemeinschaft um das österreichische Unternehmen Porr versucht’s mit Humor und spricht von einer „Vanillekipferlproduktion: lange Teigwurst teilen, Teile um 180 Grad verbiegen (in diesem Falle drehen) und dann die Keksdose zusammenbauen.“

Schritt 4 Vom Talkessel aus startet die Maschine die letzte Etappe beim Bau des Fildertunnels. Bergwärts fährt sie wieder gut 3600 Meter Tunnelstrecke auf. Dabei entsteht der untere Teil der Röhre in Fahrtrichtung Stuttgart. Mit dem Erreichen der nördlichen Grenze der geologischen Übergangszone der rechten Röhre endet der Einsatz der Maschine. Sie wird auf die Fildern geschleppt und zerlegt. Je nach Zustand können einzelne Teile wiederverwendet werden.

Der Weg von den Fildern in die Stadt

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