Junge Flüchtlinge haben Filme produziert, in denen sie ihre Sicht auf Deutschland darstellen. Diese Kurzfilme haben sie im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Film- und Theaterhochschule vorgestellt.

Ludwigsburg - Wie sehen Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Jordanien ihre neue Heimat in Deutschland? Ihre Ansichten und Erlebnisse hat eine Gruppe Geflüchteter in eigens produzierten Kurzfilmen visualisiert, die während eines einwöchigen Film-Workshops in Schwäbisch Hall entstanden sind. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Campus Internationale“ wurden die Werke an der Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg vorgestellt. „Mit meinem Film will ich anderen Flüchtlingen Mut machen, dass es in Deutschland für uns eine Zukunft gibt“, sagt Luai Almodallal, der sein Jurastudium in Syrien abbrechen musste. Jetzt will er Filmemacher werden.

Initiiert hat den Workshop der Kulturwissenschaftler Thomas Huber – mit der Unterstützung von Nora Fingscheidt, einer Absolventin der Filmakademie. „Im Fokus der Erzählungen stehen das Hier-Ankommen und das Hier-Sein-Wollen, nicht die Fluchtgeschichten“, sagt Huber.

In Deutschland ankommen möchte auch Marwa Radwan – und nicht nur auf ihr Kopftuch reduziert werden. „Das Kopftuch verdeckt mein Haar, nicht meinen Verstand“, trägt sie in einem Gedicht vor, das sie zu ihrem Film geschrieben hat.

Neu hier?! - Trailer from Büro für Soziokultur on Vimeo.

Die Idee, dass sich die Geflüchteten im Video selbst vorstellen, gefiel den Initiatoren des „Campus Internationale“. Sie luden die Filmemacher mit ihren Werken zu der Abendveranstaltung ein. Mit der Vortragsreihe wollen die Studenten und Mitarbeiter der Filmakademie und der Akademie für Darstellende Kunst internationale Themen aufgreifen und verschiedene Kulturen vorstellen. „Unsere Treffen sind immer anders“, sagt Sujatha Wanigesinghe, eine der Initiatoren. „Wir hatten bereits ein afrikanisches Trommelkonzert und Gespräche mit internationalen Studenten beider Akademien“, sagt sie. Die nächste Veranstaltung soll am 8. Mai stattfinden.