Filmfestival in Cannes Woody Allen zeigt Bewährtes

Starregisseur Woody Allen mit Emma Stone (links) und Parker Posey beim Filmfestival von Cannes. Die drei stellten den Film Irrational Man vor. Foto: Getty Images Europe 13 Bilder
Starregisseur Woody Allen mit Emma Stone (links) und Parker Posey beim Filmfestival von Cannes. Die drei stellten den Film "Irrational Man" vor. Foto: Getty Images Europe

Woody Allen liefert mit seinem neuen Film „Irrational Man“ Altbewährtes. Für viel mehr Diskussionsstoff sorgt das Holocaust-Drama eines jungen ungarischen Regisseurs.

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Cannes - Die Filmfestspiele in Cannes laufen sich warm: Am Freitagabend stand das "Who is who" Hollywoods auf dem roten Teppich. Woody Allen und Emma Stone stellten „Irrational Man“, den aktuellen Film des Kultregisseurs vor. Der 79-Jährige bekannte in seiner kauzigen Verschrobenheit, er sei mit keinem seiner Filme wirklich zufrieden und "würde sie alle noch einmal neu drehen". In "Irrational Man" spielt Stone eine junge Studentin, die das Leben eines Philosophieprofessors (Joaquin Phoenix) auf den Kopf stellt.

Oscarpreisträgerin Rachel Weisz, Léa Seydoux und Colin Farrell präsentierten an der Croisette den Wettbewerbsfilm "The Lobster". Der Streifen des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos handelt von einer nahen Zukunft, in der Singles innerhalb von 45 Tagen einen Partner finden müssen. Gelingt ihnen das nicht, werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt.

Holocaust-Drama bricht mit Sehgewohnheiten

Für viel Diskussionsstoff sorgte das Holocaust-Drama „Son of Saul“ des Ungarn László Nemes. Der Film, der im einstigen deutschen Vernichtungslager Auschwitz angesiedelt ist, bricht mit Sehgewohnheiten, denn er stellt nicht die Gräuel rund um die Gaskammern im Mittelpunkt, sondern sie werden verwoben mit der Geschichte des Insassen Saul, der verzweifelt versucht, seinen Sohn beerdigen zu lassen.

Saul arbeitet im Sondereinsatzkommando an den Gaskammern, sortiert die Kleidung, schleppt die Leichen zu den Öfen, schaufelt die Asche in einen See. Das alles filmt Nemes aber meist sehr unscharf; denn sein Fokus liegt auf Saul. Die Kamera ist immer nah an ihm dran, rennt mit ihm durch das Lager, die Baracken, stets auf der Suche nach einem Rabbi für die Beerdigung. Nemes gelingt es so, fast beiläufig einen Einblick in das wie eine Fabrik funktionierende Konzentrationslager zu geben.




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