KommentarFilmhaus in Stuttgart Stadt und Breuninger zum Erfolg verdammt

Von Josef Schunder 

Die Stadt braucht ein Film- und Medienhaus, die Firma Breuninger soll dafür ihre Stellplätze tieferlegen. Sie wird von dem Projekt aber auch profitieren, meint unser Redakteur Josef Schunder im Kommentar. Beide Seiten sollten Gas geben.

Hier, nah am Leonhardsplatz, soll anstelle des Breuninger-Parkhauses ein neues Film- und Medienhaus entstehen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Hier, nah am Leonhardsplatz, soll anstelle des Breuninger-Parkhauses ein neues Film- und Medienhaus entstehen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Ein Film- und Medienhaus erst im Jahr 2030? Das geht gar nicht. Die Landeshauptstadt kann mit dieser Einrichtung nicht warten, bis Ende 2028 der Erbpachtvertrag mit der Firma Breuninger ausläuft und das städtische Grundstück mit dem Parkhaus des Kaufhausunternehmens theoretisch verfügbar würde. Das weiß man auch im Rathaus. Insofern ist der junge Kulturbürgermeister Fabian Mayer dazu verdammt, bei der Prüfung der Baumöglichkeiten am Wunschstandort und den Verhandlungen mit Breuninger Erfolg zu haben. Zumal andere erwogene Standorte wie die Calwer Passage, der Österreichische Platz oder der Hindenburgbau als weniger geeignet aussortiert wurden und das Areal des Breuninger-Parkhauses übrig blieb.

Längeres Warten nützt niemandem

Ein Film- und Medienhaus wünschen sich maßgebliche Vertreter der Kulturszene schon seit Jahren, und Fritz Kuhn hat in diese Forderung eingestimmt, noch ehe er Anfang 2013 das Amt des Stuttgarter Oberbürgermeisters antrat. Er sollte jetzt endlich liefern. Noch kann Stuttgart nebst Ludwigsburg mit seinen Pfunden – Stichwort animierter Film und Trickfilmfestival – wuchern. Das muss aber möglichst bald sichtbar gemacht und abgesichert werden.

Mit dem Warten bis 2028 oder 2030 wäre ohnehin nichts gewonnen. Breuninger wird auch danach in unmittelbarer Nähe Parkplätze für die Kunden brauchen. Daher ist auch das Unternehmen gezwungen, sich mit der Stadt zu einigen. Besser früher als später, denn das Vorhaben verspricht eine weitere Aufwertung des Kaufhausumfeldes. Für den jungen Bürgermeister Mayer könnte das Film- und Medienhaus die erste Kultureinrichtung werden, die man mit seinem Wirken verbindet. Die Zielmarke fürs Filmhaus muss 2021/22 sein.

Sonderthemen