Filmkritik „Storm Hunters“ Viel Wind um nichts

Von tkl 

Tornados können ganze Landstriche verwüsten. Diese Urgewalt möchte uns dieser Film uns zwar vermitteln. Aber außer Stürmen aus dem Bildcomputer bräuchte er auch ein paar interessante Charaktere, um uns mitfiebern zu lassen.

Es braut sich was zusammen am Himmel: diese durchnässten Herrschaften kommen bald vom Regen in die Traufe. Foto: Warner Bros. Entertainment
Es braut sich was zusammen am Himmel: diese durchnässten Herrschaften kommen bald vom Regen in die Traufe. Foto: Warner Bros. Entertainment

Stuttgart - Nichts kann uns so in Verlegenheit bringen wie die Erfüllung unserer Wünsche. Diese Misslichkeit wird von Filmen um Tornadojäger eindringlich illustriert. In Jan De Bonts „Twister“ von 1996 jagten Wetterforscher großen Windhosen hinterher und waren zunächst frustriert, dass sie nicht näher an die Natur­gewalt herankamen. Als sie endlich am Ziel ihrer Wünsche angelangt waren, drehten sie eilends um: Nichts wie weg hier, rette sich wer kann, lautete nun ihr Motto.

Steven Quales „Storm Hunters“ nutzt eine ganz ähnliche Dramaturgie: ein paar freiberufliche TV-Journalisten, die auf Tornado-Aufnahmen spezialisiert sind,­ jagen hier Supertornados. Als die Truppe um den geschäftstüchtigen Pete (Matt Walsh) dann endlich mittendrin steckt im Toben und Wüten der Elemente, ist klar, dass sie nun flüchten müssten. Das gleiche Element der Albernheit, das „Twister“ ruinierte, bedroht auch „Storm Hunters“.

Im Sturm hinauf zu Gott

Der Drehbuchautor John Swetnam („Step up: all in“) allerdings hält dagegen. Er führt uns Schüler, Lehrer und Eltern einer lokalen Highschool vor, die sich den Sturm gewiss nicht herbeiwünschen, mit denen wir als mögliche Opfer also mitfühlen könnten. Den Sturmfilmern gibt Swetnam zudem ein fast zum Panzer ausgebautes Fahrzeug, das es nicht ganz unsinnig erscheinen lässt, an ein Überleben im Sturm zu denken. Und er lässt diese überschwere gepanzerte Karre zwar irgendwann mitgerissen werden, zeigt aber die Bilder aus dem Inneren des Sturms fast als Gotteserlebnis, als etwas, das jeden Einsatz wert wäre.

Beinahe könnte dies also etwas werden, wenn nicht alle Charaktere so grausig hingestrichelt wären, alle Dialoge banal klängen und alle Handlungen den Stereotypen mieser TV-Serien glichen. So hofft man dann doch wieder nur, der Sturm möge bitte baldmöglichst alle davonwirbeln.

Storm Hunters. USA 2014. Regie: Steven Quale. Mit Richard Armitage, Matt Walsh, Sarah Wayne Callies. 89 Minuten. Ab 12 Jahren.