Filmkunst Fellbacher Schauspielerin stand kurz vor der Oscar-Nominierung

Lisa Riesner auf dem Filmplakat von „Moder“ – das Motiv ist bewusst auf den Kopf gestellt. Foto: M&M Productions

Die Fellbacher Schauspielerin Lisa Riesner ist Hauptdarstellerin im dänischen Drama „Moder“, das in der Kategorie Live-Action-Kurzfilm in die Vorauswahl für die Academy Awards kam.

Der wichtigste Filmpreis weltweit lässt derzeit wieder viele Kinoschaffende, Cineasten wie auch ganz normale Filmfans auf die Entscheidungen der Jury blicken, wer denn die nächsten Hürden überspringt und womöglich in Hollywood einen Oscar entgegen nehmen kann. Zumindest ein wenig an einer Nominierung für die 98. Academy Awards schnuppern durfte die aus Fellbach (Rems-Murr-Kreis) stammende Schauspielerin Lisa Riesner. Sie ist Hauptdarstellerin im dänischen Kurzfilm „Moder“.

 

Um es vorweg zu nehmen: Am Ende waren die skandinavischen Filmemacher nahe dran, aber es hat doch nicht ganz gereicht. Für 2026 wurde die Shortlist bereits im Dezember 2025 veröffentlicht – „Moder“ war letztlich nicht auf dieser vorläufigen Liste mit 15 Filmen und ist damit auch nicht unter dem Quintett, das am Ende für eine Oscar-Nominierung in dieser Kategorie ausgewählt wurde.

Der dänische Titel „Moder“ heißt auf Deutsch „Mutter“

Der 15 Minuten lange Film mit dem dänischen Titel „Moder“ – auf Deutsch „Mutter“, internationaler Titel „Mother“ – wurde offiziell in der Live-Action-Kurzfilm-Kategorie für die Oscars 2026 eingereicht. „Das bedeutet, unser Film erfüllte die strengen Eligibility Regeln der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und wurde von der Academy für diese Kategorie akzeptiert“, erläutert Lisa Riesner. Insgesamt wurden 207 Live-Action-Kurzfilme weltweit zur Oscar-Prüfung aufgenommen, „was zeigt, wie hart der Wettbewerb in dieser Kategorie ist“.

Die „Live-Action Short“-Kategorie ist eine der drei Kurzfilmkategorien der Oscars (neben Animated und Documentary Short). Jedes Jahr reichen Filmemacher aus vielen Ländern ihre Kurzfilme ein – sowohl narrative als auch experimentelle und dokumentarische Werke.

Die aus Fellbach-Oeffingen stammende Schauspielerin ist trotzdem zufrieden: „Auch wenn wir keinen Oscar-Nominiertenstatus erreicht haben, ist allein die offizielle Einreichung ein wichtiger Meilenstein: Sie zeigt, dass ,Moder’ international als qualifizierter Wettbewerbsfilm anerkannt wurde.“

Szene mit Lisa Riesner als überforderte Mutter im Film „Moder“ Foto: Screenshot M&M Produktions

Die Zahl der Einreichungen und der globale Wettbewerb verdeutlichen, wie exklusiv diese Auswahl ist – von tausenden Kurzfilmen weltweit schaffen es am Ende nur wenige in die Oscar-Prozesse. Zum Vergleich: Allein beim Clermont-Ferrand-Short-Film-Festival werden jährlich etwa 9500 Kurzfilme aus ungefähr 90 Ländern eingereicht.

Darüber hinaus wurde Moder auf der Ekko Shortlist des dänischen Filmmagazins Ekko präsentiert – einer angesehenen Institution in der dänischen Filmwelt. Ekko veröffentlicht kritische Artikel, Essays, Interviews und Filmempfehlungen und vergibt regelmäßig Auszeichnungen für dänische Filme, darunter auch Kurzfilme wie „Årets Kortfilm“ (Kurzfilm des Jahres).

Zum Inhalt von „Moder“: Lisa Riesner spielt darin Christine Bachmann, eine Frau in Dänemark, der es schwer fällt, sich als junge Mutter in ihrem neuen Leben mit dem Weinen ihres Babys zurechtzufinden. Die Trauer darüber, die neue Situation nicht bewältigen zu können, wächst, während ihr Ehemann arbeitet und die Hebamme nur minimale Unterstützung bietet. Es entwickelt sich eine Wochenbettdepression, im Fachbegriff Postpartale Depression genannt, doch niemand in ihrem Umfeld reagiert rechtzeitig, bevor es zu fatalen Folgen kommt.

Lisa Riesner erläutert dazu: „Ein besonderer Aspekt bei der Produktion war, dass ich die Rolle auf Dänisch gespielt habe, obwohl ich erst seit einem Jahr Dänisch gelernt hatte, da ich erst eineinhalb Jahre zuvor nach Dänemark ausgewandert war.“ Vor ihrem Umzug nach Kopenhagen konnte sie kein Dänisch und hat es erst langsam erlernt.

„Die Festivaljury dachte sogar, ich wäre Dänin“

„Ich habe einen Monat lang jeden Abend am Telefon mit der Regisseurin über Aussprache, Scripts und Ausdruck geübt“, erläutert die 34-Jährige. „ Die Festivaljury dachte sogar, ich sei Dänin – was ein großes Kompliment war, aber es hat die Leistung, die ich für den Film erbracht habe, nicht einfacher gemacht.“

In den vergangenen Monaten und Jahren war die in Fellbach aufgewachsene Lisa Riesner überdies in einigen bekannten deutschen TV-Filmen zu sehen. So etwa in der ZDF-Produktion „No Dogs Allowed“ unter der Regie von Steve Bache, in dem sie die Mutter eines Nebendarstellers verkörperte – aktuell ist das Drama noch in der 3-sat-Mediathek zu sehen. Außerdem spielte sie im am 2. und 3. Oktober 2025 in dem in der ARD ausgestrahlten Krimi-Zweiteiler „Charlotte Link: Einsame Nacht“ unter der Regie von Jörg Lühdorf eine junge Frau, die in einer Dating-Agentur arbeitet und in die Fänge eines Messerattentäters gerät.

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