Filmregisseur John Landis wird 70 Der Vater der „Blues Brothers“

Von Bernd Haasis 

Sein anarchischer Humor, sein Faible für den Genre-Film und seine Liebe zur afroamerikanischen Musik haben die Karriere des Filmemachers John Landis geprägt. Am 3. August wird er 70 Jahre alt.

John Landis 2016 beim Filmfestival in Venedig Foto: AFP/Tiziana Fabi 35 Bilder
John Landis 2016 beim Filmfestival in Venedig Foto: AFP/Tiziana Fabi

Stuttgart - Anarchische Komödien sind John Landis’ Metier, und sein Einfluss auf die Popkultur ist kaum zu überschätzen. Als Regisseur der Satire „Kentucky Fried Movie“ (1977) wurde er bekannt, mit der College-Groteske „Animal House“ (1978) über ein außer Kontrolle geratenes Verbindungshaus schuf er einen Kult-Film übers Heranwachsen. Neben Karen Allen und Kevin Bacon debütierte in diesem Film auch John Belushi, den Soundtrack bestimmten Soul und R&B, etwa die Songs „Shama Lama Ding Dong“ und „Shout“ von Lloyd Williams.

Beide stellte Landis ins Zentrum seines nächsten Films, den er selbst schrieb: John Belushi und Dan Aykroyd spielten die „Blues Brothers“ (1980) aus Chicago, die ihre Rhythm and Blues-Band reformieren wollen, um ein Waisenhaus zu retten – und James Brown, Cab Calloway, Aretha Franklin, Ray Charles und John Lee Hooker erinnerten in spektakulären Gastauftritten an die Kraft der afroamerikanischen Musik.

Mit der Horrorkomödie „An American Werewolf in London“ (1981) lebte Landis sein Faible für Genre-Filme aus. Ein begeisterter Zuschauer war der Popstar Michael Jackson, der den Regisseur fragte, ob er ihm einen Clip zu seinem Song „Thriller“ (1983) drehen könne. Landis setzte Jackson als Werwolf in Szene und als Anführer einer tanzenden Zombie-Armee, in einer roten Jacke, die Landis’ Frau Deborah Nadoolman, eine Kostümdesignerin, entworfen hatte. Das Publikum war begeistert, der Film öffnete schwarzen Künstlern Türen, etablierte Musikclips als Genre und den Musiksender MTV als dessen Plattform.

Landis drehte weiter Komödien mit Eddie Murphy („Die Glücksritter“, 1983) und Michelle Pfeiffer („Kopfüber in die Nacht“, 1985) – doch sein großes kulturelles Vermächtnis war bereits komplett.




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