Filzverdacht im Schwarzwald Kommt Kontrolle im Tourismus zu kurz?
Der Schwarzwald tut gut daran, den Filzverdacht extern prüfen zu lassen. Auch die Rolle des Tourismus-Staatssekretärs wäre einen Blick wert, meint unser Kommentator.
Der Schwarzwald tut gut daran, den Filzverdacht extern prüfen zu lassen. Auch die Rolle des Tourismus-Staatssekretärs wäre einen Blick wert, meint unser Kommentator.
Der Tourismus gilt Politikern auf Landes- und kommunaler Ebene oft als dankbares, wenig aufwendiges Profilierungsfeld. Er verspricht schöne Bilder und meist gute Nachrichten bei überschaubaren Verpflichtungen. Da kann die Kontrolle schon mal zu kurz kommen – so wie im Schwarzwald. Jahrelang wurde bei der in Freiburg ansässigen Tourismuszentrale offenkundig nicht genau genug hingeschaut. Erst jetzt, da die Verflechtung zwischen dem Geschäftsführer und seiner für die beauftragte Agentur tätigen Lebenspartnerin thematisiert wird, wachen die Kontrolleure auf: Eine Sonderprüfung soll klären, ob dabei gegen Regeln verstoßen wurde – und ob es überhaupt die nötigen Compliance-Regeln gibt. Das ist nur konsequent.
Die Schwarzwald-Werber werden vom Land regelmäßig mit hohen Zuschüssen gefördert. Da möchte man als Steuerzahler schon wissen, ob bei der Verwendung alles mit rechten Dingen zugeht – auch bei der mit viel Landesgeld entwickelten digitalen „Schwarzwald-Marie“, die offenbar weniger kann als ein gängiges Sprachmodell. Hier wäre auch der Rechnungshof gefragt, die Tourismusförderung insgesamt einmal näher anzuschauen. Zudem wäre zu prüfen, ob es zwischen dem Tourismus-Staatssekretär Patrick Rapp und dem Freiburger Geschäftsführer Hansjörg Mair ebenfalls an Distanz fehlt. Mit dem Rundschreiben, in dem er die Vorwürfe als Angriff auf den Politiker deutet, hat Mair seinem Duzfreund Rapp jedenfalls keinen Gefallen erwiesen.