Anzeige Finale beim Indischen Filmfestival Mumbai liebt Stuttgart

Nachdenkliches beim Indischen Filmfestival: Szene aus dem Female-Empowerment-Film Rimi. Foto: Indisches Filmfestival 2 Bilder
Nachdenkliches beim Indischen Filmfestival: Szene aus dem Female-Empowerment-Film "Rimi". Foto: Indisches Filmfestival

Am heutigen Samstag gibt es das Indische Filmfestival in Stuttgart endlich auch auf der großen Leinwand zu sehen. Es ist der Höhepunkt eines etwas anderen Festivals, das seismisch selbst noch in Indien zu spüren ist.

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Stuttgart – Fast ist es ein Glück, dass das Indische Filmfestival zum zweiten Mal in Folge überwiegend im digitalen Raum stattfindet. Denn so schön es natürlich gewesen wäre, Premieren-Flair, Filmfeststimmung und allerlei indische Prominenz direkt in Stuttgart zu haben: Durch das überwiegende Online-Programm konnten bislang deutlich mehr Filmfans in Kontakt mit dem indischen Kino kommen als bei analoger Ausführung. Aus Stuttgart, Deutschland, Europa und der ganzen Welt.

In Indien kennt man Stuttgart

Besonders schön ist das für Stuttgarts Partnerstadt Mumbai. Seit 1968 besteht zwischen den beiden Städten eine freundschaftliche Beziehung, seit vielen Jahren sorgt Europas größtes Festival für indischen Film auch in 6.500 Kilometer Entfernung (Luftlinie!) für Begeisterung und jede Menge Lokalpatriotismus – mit großen Storys in den auflagestärksten Tageszeitungen aus Mumbai. „Das Festival in Stuttgart hat in Indien einen sehr guten Ruf. Auch die renommierte Time of India meldet regelmäßig in Headlines, welche Filme in Stuttgart im Rennen sind“, sagt Festivalleiter Oliver Mahn vom Filmbüro Baden-Württemberg. Diesem Ruf wurde das Indische Filmfestival schon bei der Eröffnung gerecht, gestreamt aus der Wilhelma, wo sich neben zahlreichen indischen Tieren wie Elefanten oder Tigern auch eine üppige Pflanzenwelt des Subkontinents eingelebt hat. Reichlich Dschungelbuchfeeling ist da natürlich vorhanden. Ein Stückchen Indien ist also immer in Stuttgart – nicht nur in den Herzen.

Die Filme spielen aber natürlich auch bei diesem Festival die Hauptrolle. Und da steuert das Indische Filmfestival am heutigen Samstag, den 24.07.2021, auf seinen Höhepunkt zu. Seit Mittwoch läuft die 18. Ausgabe des Festivals, noch bis morgen kann man sich einzelne Filmbeiträge (jeweils 8 Euro) oder die Flatrate (18 Euro) buchen und in der bunten, vielfältigen, offenen und überwältigenden Filmwelt Bollywoods austoben – von Stuttgart bis Mumbai.

Fernweh als Stummfilm

Da gibt es den Stummfilm „Indien – lockende Ferne“ von 1933, ein unglaubliches Reiseporträt, eine rein indische Ausgabe der kultigen SWR-Produktion „Eisenbahnromantik“, den feinfühligen, empathischen Film „Searching For Happiness“ und eine auffallend hohe Zahl an Spielfilmen, die sich mit indischen oder globalen Problemen auseinandersetzen und immer öfter queere oder feministische Perspektiven vertreten und für Empowerment stehen. Seit jeher ein Teil des fabelhaft kuratierten Filmprogamms ist das Rahmenprogramm. Indische Rezepte, eine eigene Festivalecke im Stuttgarter Outdoor-Händler Globetrotter, Live-Talks mit den Filmemacher*innen und allerlei mehr sorgen auch im zweiten Coronajahr für Festivalstimmung. Abwechslungsreicher und fortschrittlicher war das Festivalprogramm nie – ein Hoffnung machendes Fanal für die Zukunft dieses atemberaubenden Landes.

Das Festival zieht ins Kino

Am heutigen Samstag gibt es dann endlich auch Filme auf der großen Leinwand – also am besten sofort checken, ob es noch Tickets gibt. Zu sehen sind die herrlich amüsante Filmakademie-Produktion „Berlin To Bombay“, den feinfühligen Kurzfilm „Rettai Jadai – Das Mädchen mit den roten Schleifen“ der Münchenerin Franziska Schöneberger über ein indisches Schulmädchen und die Erfahrung der ersten Periode sowie den Bildersturm „Illiralare Allige Hogalaare – Can Neither Stay Here Nor Journey Beyond“. Der Film ist wie gemacht für die große Leinwand und greift das komplexe, komplizierte und einschränkende indische Kastensystem auf. Drei ganz unterschiedliche Perspektiven auf den Subkontinent, heiter, sensibel, narrativ.

Gut gebrüllt

Preise werden natürlich auch in diesem Jahr vergeben – in den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Kurzfilm. Heute ab 20 Uhr werden die Löwen Kajal und Shapur sowie die Elefantendamen Pama und Zella bei der Online-Preisverleihung für die Gewinner:innen trompeten, brüllen und fauchen. Panzernashorn Bruno lässt seine Ohren kreisen. Und Wilhelma-Chef Dr. Thomas Kölpin wird einen Briefumschlag öffnen und einen Gewinnerfilm verraten.

Aussichtsreiche Beiträge gibt es viele, die deutsch-indische Jury wird es nicht leicht haben, die mit insgesamt 7.000 Euro dotierten Trophäen „German Star Of India“ zu vergeben. Und nächstes Jahr, da wird das 19. Indische Filmfestival endlich wieder in all seiner Pracht im Kino stattfinden. Und das ist wichtig, denn letztlich ist es genau so wie Kunst-Staatssekretätin Petra Olschowski zum Auftakt sagte: „Gerade in einer Zeit, in der der Subkontinent von der Pandemie besonders stark betroffen ist, ist es wichtig, dass die kulturellen Brücken zwischen Indien und Baden-Württemberg nicht abbrechen“.

Mehr Infos unter www.indisches-filmfestival.de

 




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