Finale des Fußball-Bezirkspokals Historischer Triumph und ein spezieller Gruß

Büsnaus Kapitän Sebastian Lenhardt reckt den Pokal in die Höhe. Foto: Günter Bergmann

Der TSV Jahn Büsnau ist durch das 4:1 gegen Kuppingen erstmals Pokalsieger. Spielertrainer Dominik Lenhardt hofft auf Aufwind für den geplanten Aufstieg in die Bezirksliga.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Die Fußballer des TSV Jahn Büsnau haben doppelt Geschichte geschrieben: Mit dem 4:1-Sieg gegen den TSV Kuppingen haben sie nicht nur zum ersten Mal in der 74-jährigen Vereinsgeschichte den Pokal in den Vaihinger Stadtteil geholt, sondern sich gleichzeitig auch zum ersten Pokalsieger des neu gegründeten Fußball-Bezirks Stuttgart/Böblingen gekrönt. „Ein unglaubliches Gefühl“, sagt der Spielertrainer Dominik Lenhardt. „Das wird uns ordentlich Aufwind für die letzten beiden Spiele geben.“ In diesen will der Tabellenführer der Staffel 2 der Kreisliga A gegen Degerloch und Möhringen den ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga klarmachen. „Das werden die nächsten zwei Siege“, verspricht der überglückliche Coach Lenhardt.

 

Den vorerst größten feierten die Seinen am Donnerstagabend im Herrenberger Volksbankstadion. Die erste Hälfte des Endspiels zwischen den beiden überraschenden Finalteilnehmern verlief zunächst ausgeglichen. Der TSV Jahn Büsnau nahm das Heft des Handels in die Hand, kam an der Defensive des im Niemandsland der Kreisliga-A-Staffel-3 stehenden Clubs aber nicht vorbei. Die plötzliche Führung erzielte dann ebenjener TSV Kuppingen. Der Oldie Andreas Poser wuchtete den Ball per 18-Meter-Drehschuss in den Winkel (32. Minute). Torhüter Simon Hochschein, nach intensiver Physio-Behandlung überraschend doch zwischen den Pfosten bei Büsnau, hatte keine Chance. „Den habe ich gut getroffen. Ich bin volles Risiko gegangen – entweder er geht weit drüber oder er ist drin“, sagt der 38-jährige Poser nach der Partie.

Andreas Poser trifft zum 1:0 für den TSV Kuppingen. Foto: Günter Bergmann

Kurz darauf hätte er in seinem letzten großen Spiel vor seinem Karriereende nach dieser Saison beinahe das vielleicht vorentscheidende 2:0 erzielt, doch sein Schuss aus spitzem Winkel klärte Johannes Schneider kurz vor der Linie (37.). „Mit dem 2:0 im Rücken wären wir vermutlich ganz anders aufgetreten und hätten vermutlich den Ausgleich nicht kassiert“, sagt Poser, der einst für den VfL Sindelfingen in der Verbandsliga kickte. Kurz vor der Pause erzielte den angesprochenen Ausgleich Büsnaus Top-Torjäger Cedric Hornung nach Vorlage vom engagierten Noah Azizu Anaba.

Nach Wiederanpfiff überrumpelten die Büsnauer, die in extra angefertigten weißen Final-Sondertrikots aufliefen, den TSV Kuppingen. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld lief der Konter über links, die flache Hereingabe von Japhet Manuschewski fand erneut Hornung, der den Ball nur noch über die Linie schieben musste (48.). Gleiches Bild zwei Minuten später: Diesmal flankte Anaba flach in die Mitte, der Rettungsversuch des eingewechselten Chris Marco Brunner vor dem einschussbereiten Hornung landete im eigenen Netz. „Eine überragende Mannschaftsleistung, die Tore waren richtig gut herausgespielt“, sagt der Spieler des Spiels, Cedric Hornung.

Offensiv kam von den Kuppingern nach dem doppelten Schock nur noch wenig. Sebastian Lenhardt sorgte schließlich für den Schlusspunkt. Der Kapitän des TSV Jahn Büsnau arbeitete sich mit einer Willensleistung an der gesamten Kuppiger Verteidigung inklusive Torhüter Marius Dargel vorbei und traf mit einem halbhohen Schuss kurz vor der Grundlinie zum 4:1 (71.). „Der Pokalsieg ist für alle Büsnauer. Das ganze Dorf war da, es war unglaublich, was für eine Stimmung die hier gemacht haben“, sagt Hornung. Teamkollege Johannes Schneider fügte an: „Ganz spezielle Grüße auch an unseren dritten Trainer Marc Molinus. Der Pokalsieg gehört auch ihm.“ Molinus hatte im Winter sein Amt als Trainer aus beruflichen Gründen niedergelegt. Seitdem trägt Dominik Lenhardt, unterstützt von Yannik Breuninger, die Verantwortung.

Beim Gegenüber wich die Enttäuschung über die Finalniederlage schnell dem Stolz über den überraschenden Einzug ins Finale. „Wir sind glücklich über den zweiten Platz, das ist wirklich ein toller Erfolg für uns“, sagt Kuppingens Cheftrainer Besnik Gllogjani. Auf den Weg in das Endspiel hatte der Kreisligist mehrere Bezirksligisten aus dem Turnier geworfen. „Büsnau hat verdient gewonnen. Am Ende muss man sagen, dass sie es den kleinen Ticken mehr wollten als wir“, sagt der 43-Jährige weiter.

Geholfen hatte es dem Herrenberger Stadtteil-Club auch nicht, dass ihnen wie rund 500 ganz in Blau gekleidete Fans auch ihr Oberbürgermeister Nico Reith (parteilos) auf der Tribüne die Daumen gedrückt hatte. Trotz der Niederlage der Quasi-Gastgeber zieht Reith ein positives Fazit: „Wir sind mega stolz, dass wir die Endspiele ausrichten durften. Vielen Dank an die Veranstalter, die einen super Job den ganzen Tag über gemacht haben.“ In die gleiche Kerbe schlägt auch der Fußball-Bezirksvorsitzende Michael Spörer. „Es hat alles reibungslos funktioniert und die Anlage hier bietet hervorragende Möglichkeiten“, lobt er den Ausrichter VfL Herrenberg und dessen Heimspielstätte.

Vom Volksbankstadion aus ging es für die feiernden Büsnauer direkt in einen angemieteten Raum im eigenen Ort. Dort ließen die Spieler gemeinsam mit ihrem Anhang den Abend ausklingen, ehe es ab diesem Sonntag beim FV Germania Degerloch wieder heißt: voller Fokus auf die Meisterschaft.

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