InterviewFinaleinzug der Riesen Ludwigsburg „Das war schon eine richtige Achterbahnfahrt“

Von Michael Bosch 

Volker Kugel, der Chef des Blühenden Barocks, ist eingefleischter Anhänger der Riesen Ludwigsburg. Er glaubt, dass sich der Erfolg der Basketballer längerfristig und positiv auf die Stadt auswirken könnte.

Volker Kugels Herz schlägt für die MHP Riesen Ludwigsburg. Foto: Baumann/Keppler
Volker Kugels Herz schlägt für die MHP Riesen Ludwigsburg. Foto: Baumann/Keppler

Ludwigsburg - Der Chef des Blühenden Barocks spricht im Interview über den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, die Aussichten für die Finalspiele und die Auswirkungen auf die Stadt.

Herr Kugel, die Riesen stehen erstmals im Finale der Basketball-Bundesliga. Sie haben das Spiel sicher verfolgt.

Ja, wir waren eine kleine Gruppe, circa zehn Personen, alles eingefleischte Basketball- und Riesenfans, und haben das zweite Spiel gegen Ulm (Anm. d. Red: 94:85 für Ludwigsburg) im Schützenhaus in Tamm geschaut.

Und der Puls war entsprechend hoch?

Das war schon eine richtige Achterbahnfahrt. Ulm hat ja im Turnierverlauf die anderen Teams teilweise richtig überrollt. Aber nach dem 71:71 im Hinspiel habe ich mir vor der zweiten Partie gedacht: Da könnte was gehen. Als wir dann aber zeitweise mit 13 Punkte im Rückstand lagen, war ich mir nicht mehr ganz so sicher.

In Ihren Kontakten steht auch die Handynummer von Riesen-Trainer John Patrick. Was haben Sie ihm nach dem Sieg geschrieben?

Damit der arme John nicht so zugemüllt wird, schreibt ihm immer nur einer aus unserer Gruppe. Aber wir haben ihm natürlich ein Jubelbild geschickt.

Hätten Sie es vor der Saison für möglich gehalten, dass die Riesen eine so gute Rolle spielen?

Nein, überhaupt nicht. Das ist ein bisschen so wie mit der Corona-Pandemie. Wenn einem das jemand drei Monate vor dem Ausbruch erzählt hätte, da hätte man wahrscheinlich abgewunken. Und so wäre es auch gewesen, wenn mir einer gesagt hätte: Die Riesen ziehen dieses Jahr ins BBL-Finale ein.

Stichwort Corona: Macht es Sie ein bisschen traurig, dass man den größten Erfolg der Riesen nicht mit dem Team in der MHP-Arena feiern konnte?

Natürlich wäre es in der Halle etwas ganz Anderes gewesen. Ich war auch in Ulm, das war, glaube ich, eines der letzten Spiele, das noch mit Zuschauern stattgefunden hat. Ein Derby live zu erleben, das kann natürlich nichts ersetzen. Und Basketball lebt von den Fans, allein schon, weil sie einen großen Teil der Einnahmen der Clubs ausmachen.

Aus unserem Plus-Angebot: So sieht es im privaten Garten von Volker Kugel aus

Nun stehen zwei Finalspiele gegen Alba Berlin an, am Ende entscheidet die Punktedifferenz. Wie schätzen Sie die Chancen der Ludwigsburger ein?

Ehrlich gesagt wäre mir ein einzelnes Spiel lieber. Da könnte man die Berliner vielleicht ein bisschen besser überraschen. Wir sind sicherlich Außenseiter. Wenn es was mit der Meisterschaft werden soll, muss alles passen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht von vorneherein auf.

Unabhängig vom Ausgang der Finals: Erfährt der Basketball in Ludwigsburg einen Schub?

Wenn nicht, weiß ich auch nicht. Der Zulauf war ja zuletzt schon gut, viele Spiele, die dann nicht mehr in der Arena stattgefunden haben, wären ausverkauft gewesen. Ich merke das auch in meinem Freundeskreis. Nach dem Sieg am Montagabend habe ich bestimmt 15 Whatsapp-Nachrichten bekommen, von Leuten, die sich sonst nicht für Basketball interessieren.

Was bedeutet das Finale für die Stadt?

Das ist natürlich ein Riesen-Imagefaktor.

Profitiert auch das Blüba?

Das sind eigentlich zwei verschiedene Nummern. Aber wenn es dann nachher heißt: Ludwigsburg, das ist die Stadt mit dem tollen Schloss, dem tollen Garten drumherum und den erfolgreichen Basketballern, dann tut das doch allen Ludwigsburgern gut. Und mir auch.

Info

Volker Kugel
ist seit 2004 Direktor des Blühenden Barocks. Über die Grenzen Ludwigsburgs hinaus ist der 61-Jährige aus dem Fernsehen bekannt. In der SWR-Sendung „Grünzeug“ gibt er seit 2004 Tipps rund um den Garten. Die Spiele der Ludwigsburger Basketballer besucht der gebürtige Stammheimer (bei Calw) seit zehn Jahren.

Finale
Das erste Spiel zwischen den MHP Riesen und Alba Berlin findet an diesem Freitag, 26. Juni (20.30 Uhr) statt, das zweite am Sonntag, 28. Juni, (15 Uhr). Die Partien überträgt der Streamingdienst Magentasport.




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