Finance, Baby! Start-up unterstützt Frauen bei der finanziellen Unabhängigkeit

„Viele Frauen wissen zwar, dass es wichtig ist, sich um die eigenen Finanzen zu kümmern, aber haben keine Ahnung, wo sie anfangen sollen. Es ist ein Wirrwarr von Informationen, die überfordern und abschrecken.“ Foto: Laura Müller-Sixer
„Viele Frauen wissen zwar, dass es wichtig ist, sich um die eigenen Finanzen zu kümmern, aber haben keine Ahnung, wo sie anfangen sollen. Es ist ein Wirrwarr von Informationen, die überfordern und abschrecken.“ Foto: Laura Müller-Sixer

Finance, Baby! Mit ihrem Start-up verfolgen Denise Haverkamp und Teresa Wirth eine Mission: „Wir wollen das Thema Finanzen nahbarer machen und Frauen dazu ermutigen, ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.“

Stadtkind: Laura Müller-Sixer (six)
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Stuttgart – „Viele Frauen wissen zwar, dass es wichtig ist, sich um die eigenen Finanzen zu kümmern, aber haben keine Ahnung, wo sie anfangen sollen. Es ist ein Wirrwarr von Informationen, die überfordern und abschrecken.“ Mit ihrem Start-up "Finance, Baby!" zeigen Denise und Teresa, dass das mit den Finanzen alles gar nicht so kompliziert sein muss, sondern sogar Spaß machen kann – vor allem, wenn man es als Frau selbst in die Hand nimmt. „In den älteren Generationen waren die Finanzen der Familie meist die Aufgabe des Mannes. Diese Strukturen sind aber veraltet, werden immer öfter in Frage gestellt und gehören aufgebrochen!“

Über Geld spricht man

Über Geld spricht man nicht? Denise und Teresa sagen: "Doch, unbedingt!" Denn so ist auch die Idee zum Gründen entstanden, wie uns Denise verrät. „Das Finanzthema kam für mich vor allem zu Beginn der Coronakrise auf. Mir ist noch einmal klar geworden, dass man ohne Ersparnisse oder Rücklagen einfach so auf den Paycheck angewiesen ist. Und wenn dann Kurzarbeit kommt oder die Arbeitsstelle wegbricht, was dann? Das hat mir Angst gemacht, also habe ich mich in dieser Zeit viel mit anderen Frauen ausgetauscht und gemerkt, dass es ihnen ähnlich geht.“ Unter anderem auch Arbeitskollegin Teresa, die sie damals im vorherigen Start-up-Unternehmen kennenlernte.

Beide sind sich einig: Wir wollen finanzielle Unabhängigkeit – für uns und andere Frauen! Dass die zwei 25-Jährigen diesen Weg gemeinsam gehen war schnell klar: Beide kommen aus dem Marketingbereich, haben sich gegen den klassischen Job im Konzern entschieden und können, wie sie sagen, verdammt gut zusammenarbeiten. „Es hat einfach gematcht“, so Teresa.

Step by step zur finanziellen Unabhängigkeit

Und wie schafft man es nun, dass Finanzen Spaß machen? Erst einmal muss man den dicken, darauf festgesetzten Staub entfernen – mit neuen Ideen, einem catchy Instagram-Account und einigen Supportern. Unterstützung bekamen die jungen Gründerinnen in den vergangenen Monaten unter anderem aus dem Start-up-Hub Steyg, in der Meisterklasse vom Gründermotor sowie von Content Creatoren und Influencern. „Wir dürfen nur informieren, aber nicht beraten. Deshalb arbeiten wir auch mit unabhängigen Frauen-Finanzberatungen zusammen.“

Was "Finance, Baby!" von anderen Angeboten unterscheiden soll, ist die Informationsbeschaffung – statt dicken Büchern, Behördendeutsch oder stundenlangen Podcasts geht’s hier direkt los. Kompakt und visuell wird in der sogenannten "finance, baby! Academy" step by step durch die verschiedensten finanziellen Themen geführt, sodass die Teilnehmerinnen zum Beispiel schon nach wenigen Minuten ihren ersten ETF-Sparplan erstellen können. Und ihr jetzt so: „ETF, was?“ Noch nie gehört? Denise und Teresa betonen: „Dann wird es Zeit!“ Damit schaffen die Gründerinnnen die erste Learningplattform für Finanzen speziell für Frauen in Deutschland – samt Finanzberatungs-Flatrate und Abomodell.

Start before you’re ready!

Da sie so unabhängig wie möglich bleiben möchten, haben sich Denise und Teresa gegen Investor:innen entschieden. "Wir verfolgen ein gesellschaftliches Ziel und das lässt sich nicht immer zu 100 Prozent mit den Interessen von Investor:innen vereinen." Bis jetzt haben die zwei Gründerinnen ihr Unternehmen ohne Fremdkapital aufgebaut. Jeder Cent wird in die Weiterentwicklung der Learningplattform gesteckt und das zahlt sich aus: Im Juli feiert das Start-up bereits Einjähriges.

"Wir sind echt stolz. Unsere Community wächst und uns erreichen auch immer wieder Nachrichten von Frauen, die uns von ihren ersten Sparplänen und Steps berichten." Natürlich gibt es auch kritische Stimmen – vor allem von Männern: „Viele verstehen das Problem nicht. Klar, weil es sie nicht betrifft“, so Denise. Teresa ergänzt: „Ein Klassiker sind auch Fragen wie: Ach, und ihr macht das ganz alleine? Als würde man Frauen dieses Thema nicht zutrauen.“

Genau deshalb wollen Denise und Teresa andere Frauen zum Gründen ermutigen. „Start before you’re ready“, platzt es aus ihnen fast zeitgleich heraus. „Man muss einfach anfangen, es gibt nicht den perfekten Zeitraum. Je länger man wartet, umso höher ist die Chance, dass einem jemand zuvorkommt. Außerdem ist es ja so: Ab dem Moment, an dem man mit einem Produkt rausgeht, lernt man und kann sich verbessern.“

Crowdfunding-Kampagne

Und wie geht es für "Finance, Baby!" weiter? Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne, die dem Start-up ermöglicht, ihre Learningplattform zu professionalisieren und neue Features wie eine digitale Finanzberatung sowie Online-Kurse für werdende Mamas, Studentinnen und Witwen bereitzustellen. Dabei vergessen Denise und Teresa nie, auch etwas abzugeben. "Unser Ziel war es immer, so schnell wie möglich selbst Geld zu spenden und damit Frauen weiterzuhelfen. Deshalb spenden die beiden Gründerinnen pro verkauftem Academy-Zugang an Esther Ministries, eine Organisation die sich gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution einsetzt. 

Das Crowdfunding könnt ihr noch bis zum 18. Juli unterstützen >>> 




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