Finanzberatung Verbraucherschützer drängen auf Provisionsverbot

Provisionen in der Finanzberatung sind ein Problem, finden Verbraucherschützer. Foto: imago//U. Grabowsky/photothek.net

Die Verbraucherzentralen wollen Provisionen in der Finanzberatung abschaffen und fordern die EU vor der Europawahl zu schärferen Maßnahmen auf.

Geld/Arbeit: Daniel Gräfe (dag)

Die Verbraucherzentralen in Deutschland drängen weiter auf ein EU-weites Verbot von Provisionen in der Finanzberatung. „Bei Finanzanlageprodukten wünschen sich Verbraucherinnen und Verbraucher eine unabhängige Beratung. Denn oft bekommen sie nicht das beste Produkt empfohlen, sondern das, an dem die Berater die höchste Provision verdienen“, sagte Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt im Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), unserer Zeitung. „Anbieter von Finanzanlagen und Versicherungen bezahlen die vermeintlichen Berater mit Provisionen, dadurch entsteht ein Interessenkonflikt.“

 

Deshalb sollten Verbraucherinnen und Verbraucher die Beratung nicht länger indirekt über Provisionen bezahlen, sondern über direkte Honorare an die Finanzberater, so Mohn. Ursprünglich wollte die Europäische Kommission zumindest beim Verkauf ohne Beratung ein Provisionsverbot einführen, betonte Mohn. „Selbst dieser kleine Schritt zu mehr Verbraucherschutz steht jetzt wegen des Lobbydrucks der Finanzindustrie auf der Kippe.“

Der vzbv hat zum Jahreswechsel Verbraucherinnen und Verbraucher befragt, mit welchen Themen sich das Europäische Parlament nach der Europawahl am 9. Juni am dringendsten beschäftigen sollte. Die Mehrheit der Befragten plädierte für einen besseren Schutz von Zahlungskonten vor Hacking und Preisvorteile infolge der Energiewende.

Der vzbv stellt zur Europawahl 24 Forderungen an die EU auf

Der vzbv hat zur Wahl 24 Forderungen an die EU präsentiert. So soll der Nutri-Score EU-weit verpflichtend auf Lebensmittel eingeführt und Werbung mit sozialen Aussagen wie „frei von Kinderarbeit“ oder „fair gehandelt“ verbindlich reguliert werden. Außerdem fordert der vzbv Effizienzvorgaben für E-Autos.

Laut einer repräsentativen Befragung von Forsa sind 45 Prozent der Befragten der Meinung, dass die EU mit ihrer Politik bisher eher die Interessen von Unternehmen vertrete. 38 Prozent meinen, die EU bilde mit ihrer Politik die Interessen von Unternehmen und Verbraucherinnen und Verbrauchern gleichermaßen ab.

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