Finanzen in Schönaich Gemeinde rutscht in dickes Minus

In den Ausbau der Ganztagsbetreuung an der Johann-Bruecker-Grundschule in Schönaich fließen mehr als fünf Millionen Euro. Foto: /Stefanie Schlecht

Die Gemeinde investiert kräftig, neun Millionen davon über Kredite: Viel Geld fließt in die Ortsentwicklung und in Bildung. Die Bürgermeisterin wirbt für die Ausgaben.

Dick ins Minus rutschen in diesem Jahr die Gemeindefinanzen von Schönaich. 13,8 Millionen Euro sollen vor allem in die Ortsentwicklung und Bildung investiert werden. Neun Millionen davon über Kredite, sodass sich die aktuelle Verschuldung von 4,5 Millionen Euro auf einen Schlag verdreifacht. „Trotz schwieriger finanzieller Situation wollen wir Schönaich zukunftsfähig aufstellen“, erklärte Anna Walther bei der Haushaltseinbringung im Gemeinderat.

 

Im gleichen Atemzug kündigte die Schönaicher Bürgermeisterin Mieterhöhungen für die gemeindeeigenen Wohnungen, Gebührenerhöhungen für Kernzeit, Mediothek, Musik-, Kunst- und Werkschule, eine Erhöhung der Eintrittspreise ins Waldfreibad, der Vergnügungssteuer und der Hundesteuer sowie eine „moderate Erhöhung der Gewerbesteuer“ an. Allesamt als aktualisierte Satzungen zusammen mit dem Haushalt in der nächsten Gemeinderatssitzung am 6. Mai zu beschließen, um auch die Einnahmeseite wenigstens ein Stück weit, aber „sozial ausgewogen“, zu stärken. Die Spielräume würden enger, die Aufgaben größer. Das allerletzte Wort gesprochen ist bei der angekündigten Kreditaufnahme allerdings noch nicht. Steht bei einer Klausurtagung im Herbst von Gemeinderat und Verwaltung doch die Haushaltskonsolidierung ganz oben auf der Agenda.

Auch der Landkreis kassiert ab

Im vorgelegten Ergebnishaushalt stehen Einnahmen von 30,2 Millionen Euro fünf Millionen Euro höhere Aufwendungen und damit ein entsprechender Fehlbetrag gegenüber. Bei den Einnahmen macht der Einbruch der Gewerbesteuer auf nur noch 2,5 Millionen Euro zu schaffen, nachdem es vor drei Jahren noch dreimal so viel war. Allein sieben Millionen Euro oder 20 Prozent der Aufwendungen fließen als Umlage an den Landkreis. Der weitaus größte Posten aber sind mit 12,8 Millionen Euro die Personalaufwendungen.

Bei den Investitionen ragt mit 3,9 Millionen Euro der Umbau des Gebäudes Finkenweg zu einer viergruppigen Kinderkrippe heraus, für den am Dienstag weitere Bauleistungen vergeben wurden. Kosten allerdings deutlich unter denen eines Neubaus, betonte Anna Walther. Mit insgesamt 5,4 Millionen Euro ist der Ausbau der Ganztagesbetreuung an der Johann-Bruecker-Grundschule veranschlagt, wovon in diesem Jahr 1,3 Millionen in den zweiten Bauabschnitt fließen. 380 000 Euro sind außerdem für die Realisierung eines Naturkindergartens vorgesehen.

Innenentwicklung auf den „Honeywell-Areal“

850 000 Euro steckt die Schönaich in die Sanierung seiner gemeindeeigenen Wohnungen, 1,2 Millionen Euro in die Aufstockung des Bauhofes und sogar 2,4 Millionen Euro in den turnusmäßig anstehenden zweiten Bauabschnitt der Sanierung der Max-Eyth-Straße einschließlich Wasser- und Abwasserleitungen. Großer Schwerpunkt für die kommenden Jahre wird die innerörtliche Entwicklung vor allem auf dem „Honeywell-Areal“ sein, zusammen mit weiteren Planungen für eine „lebendige Mitte“ der Gemeinde. „Ich möchte betonen, dass wir trotz der schwierigen finanziellen Situation die richtigen Prioritäten setzen und in die Zukunft investieren“, bekräftigte die Schönaicher Bürgermeisterin zum Abschluss ihrer Haushaltsrede.

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