Finanzierungsprogramm für Start-ups Nachfrage nach frühem Kapital

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Das 2018 gestartete Landesprogramm Start-up BW Pre-Seed hat bereits mehr als 60 Gründungen gefördert und bereits High-Tech-Unternehmen angestoßen.

Auch das Stuttgarter Start-up-Zentrum Steyg ist ein Kooperationspartner Foto: Steyg
Auch das Stuttgarter Start-up-Zentrum Steyg ist ein Kooperationspartner Foto: Steyg

Stuttgart - Erst seit eineinhalb Jahren gibt es das Landesprogramm Start-up BW Pre-Seed, das Start-ups in einer frühen Phase mit durchschnittlich rund 200 000 Euro aus Landesmitteln unterstützt – in Partnerschaft mit privaten Kapitalgebern und gebündelt mit einer mehrmonatigen, fachlichen Betreuung durch private Kooperationspartner. Das Landeswirtschaftsministerium nennt das Programm immer noch Pilotprojekt, und bei den jüngsten Haushaltsverhandlungen wäre der seitherige Ansatz von 14 Millionen Euro für 2020 und 2021 beinahe gekürzt worden.

Wie groß die Nachfrage für das Modell ist, zeigt aber eine aktuelle Zwischenbilanz, die unserer Zeitung vorliegt. Bereits 61 Start-ups durchlaufen das Programm, davon ist die klare Mehrheit in Hightechbereichen angesiedelt. 37 Teilnehmer kommen aus dem Bereich Software, Künstliche Intelligenz und Sicherheit im Internet. Größter Betreuer ist die Innovationsinitiative Bwcon in Stuttgart, unter deren Fittichen 26 Gründungen sind, gefolgt vom Cyber-Forum in Karlsruhe mit 14 betreuten Start-ups.

Karlsruhe Schwerpunkt von Technologiegründungen

Spitzenreiter ist mit elf Start-ups Karlsruhe. Aus Stuttgart stammen acht, sieben aus Freiburg, sechs aus Ulm und fünf aus Mannheim/Heidelberg. Eines der in Karlsruhe vom Cyber-Forum betreuten Hightech-Start-ups hat auch bereits eine Anschubfinanzierung erhalten. HQS Quantum Simulations entwickelt Software zur Simulation des komplexen Verhaltens von Molekülen und Materialien und nutzt dafür neueste Quantenalgorithmen, die eines Tages auch in sogenannten Quantencomputern eingesetzt werden können. Das Unternehmen hat Ende 2019 insgesamt 2,3 Millionen Euro vom deutschen Hightech-Gründerfonds und zwei weiteren Kapitalgebern erhalten und will damit sein Personal aufstocken.